Der Kreuzherrnsaal war die Kirche eines Kloster- und Spitalkomplexes mitten in Memmingen. Sein heutiger Eindruck wird von der barocken Ausstattung bestimmt: Stuck rahmt die Deckenbilder und gliedert den Raum in zahlreiche Formen und Ornamente. Wer den Blick nach oben richtet, entdeckt immer neue Einzelheiten.
Die Fresken stammen vom Memminger Maler Johann Friedrich Sichelbein. Die Stuckarbeiten entstanden im Wessobrunner Stil unter Matthias Stiller. Hinter dieser reichen Ausstattung liegt eine ältere Baugeschichte, die bis zum spätgotischen Kirchenraum zurückführt. Später wurde die Kirche unter anderem als Lagerhalle genutzt; heute dient der Saal kulturellen Veranstaltungen und kann innerhalb der vorgesehenen Besuchszeiten besichtigt werden.
Zeit für den Blick nach oben
Die Wirkung des Raums erschließt sich besonders beim ruhigen Betrachten der Decken und ihrer einzelnen Bildfelder. Im Zusammenspiel von Malerei und Stuck lassen sich die typischen Gestaltungsformen des Barock gut erkennen.
Besichtigung am Hallhof
Die Anschrift lautet Hallhof 5; für die Besichtigung wird der Eingang an der Kalchstraße genannt. Der Saal hat einen saisonalen Besichtigungsbetrieb und wird auch für Veranstaltungen genutzt. Aktuelle Zugangsinformationen veröffentlicht das Kulturamt der Stadt.
Ausstattung und Merkmale
- Fresken von Sichelbein: Die barocken Deckenbilder wurden vom Memminger Maler Johann Friedrich Sichelbein geschaffen.
- Wessobrunner Stuck: Reiche Stuckformen rahmen die Malerei und prägen die Wirkung des Saals.
- Ehemaliger Kirchenraum: Der Saal gehört zum historischen Baukomplex des Heilig-Geist-Klosters und Spitals.
- Wandel der Gebäudenutzung: Vom Kirchenraum über die Lagerhalle zum Kulturort lässt sich hier ein Stück Memminger Stadtgeschichte nachvollziehen.