Über einer engen Schleife der Lieser stehen bei Manderscheid zwei Burgruinen in ungewöhnlich geringer Entfernung zueinander. Die höher gelegene Oberburg ist frei zugänglich und besitzt mit ihrem Bergfried einen eigenen Aussichtspunkt. Von oben siehst Du das bewaldete Tal und die gegenüberliegende Niederburg. Für den Besuch der Oberburg ist keine Eintrittskarte der Niederburg erforderlich; beide Anlagen haben unterschiedliche Zugangsbedingungen.
Die Nachbarschaft war im Mittelalter keineswegs friedlich. Oberburg und Niederburg lagen an einer Herrschaftsgrenze, an der sich kurtrierische Interessen und die Grafen von Manderscheid gegenüberstanden. Die Lage erklärt, warum die Burgen trotz ihrer Nähe eigenständige Befestigungen waren. Heute lassen die erhaltenen Mauern und der hoch aufragende Turm noch erkennen, wie sehr das Gelände zum Schutz der Anlage genutzt wurde. Gerade der Blick zur tiefer liegenden Burg macht diese besondere Konstellation anschaulich.
Die Oberburg liegt an einem Wegenetz, zu dem auch Lieserpfad und Eifelsteig gehören. Der freie Burgenbesuch kann als eigener kurzer Aufstieg oder als Teil einer längeren Wanderung geplant werden. Rechne mit unebenen Wegen, Steigungen und Treppen im Turm. Bei Eis, Sturm oder Gewitter solltest Du exponierte Bereiche meiden. Klettersteig, Niederburgführungen und Burgcafé sind zusätzliche Angebote und keine Voraussetzung für den kostenlosen Zugang zur Oberburg.