Im Wald südöstlich von Gras-Ellenbach liegt der Siegfriedbrunnen, ein bekannter Schauplatz der regionalen Nibelungensage. Der kleine Ort mit Brunnenfassung und Steinkreuz ist ohne Eintritt als eigenes Ziel eines Waldspaziergangs zugänglich. Zwischen Bäumen und dem schlichten Steinensemble entsteht eine ruhige Atmosphäre. Hier lässt sich eine Pause mit einem Blick auf die Geschichte verbinden, die den Ort weit über die unmittelbare Umgebung hinaus bekannt gemacht hat.
Nach der Überlieferung soll Siegfried beim Trinken an einer Quelle von Hagen getötet worden sein. Der Brunnen in Gras-Ellenbach ist einer von mehreren Orten, die mit dieser Sage verbunden werden; ein historisch bewiesener Tatort wird damit nicht bezeichnet. Das Wasser tritt an einem flachen, mit einer Wappenlilie verzierten Stein aus. Daneben steht ein im 19. Jahrhundert errichtetes Kreuz, dessen Sockel einen Abschnitt des Nibelungenlieds in mittelhochdeutscher Sprache trägt.
Der Brunnen liegt am Geopark-Pfad Nibelungenweg und am Nibelungensteig. So lässt sich der Besuch mit einer kürzeren oder längeren Erkundung des umliegenden Waldes verbinden. Die letzten Wege zum eigentlichen Sagenort verlaufen abseits des Ortszentrums. Geeignete Schuhe und Rücksicht auf Wald und Rastplatz gehören zum Besuch. Der Eintrag meint den Waldbrunnen, nicht das gleichnamige Hotel.