Die Herdbrücke ist eine Straßenbrücke über die Donau zwischen Ulm und Neu-Ulm. Sie liegt südlich der Ulmer Altstadt im Zuge der Donaustraße und führt auf Neu-Ulmer Seite in die Marienstraße. Damit gehört sie zu den wichtigen Übergängen zwischen den beiden Innenstädten. Wer zu Fuß oder mit dem Rad zwischen Altstadt, Donauufer und Neu-Ulm unterwegs ist, quert hier nicht nur den Fluss, sondern auch die Grenze zwischen Baden-Württemberg und Bayern.
Städtebaulich ist die Brücke vor allem wegen ihrer Lage interessant. Der Weg über die Herdbrücke führt weiter über die Donauinsel und bindet so mehrere Stadträume direkt aneinander an: die Ulmer Altstadt, die Uferbereiche der Donau und die Neu-Ulmer Innenstadt. Im Alltag ist das eine praktische Verbindung, für Besucher aber auch ein kurzer Abschnitt mit viel Orientierungspotenzial. Von hier aus lassen sich Ufer, Stadtmauer, Inselbereich und weitere Donaubrücken im direkten Umfeld gut einordnen.
Auch die Geschichte des Standorts ist bemerkenswert. Übergänge über die Donau an dieser Stelle sind seit dem Mittelalter belegt. Auf eine hölzerne Brücke folgte ein steinerner Bau; später entstand die Ludwig-Wilhelms-Brücke. Die heutige Herdbrücke ist eine freitragende Spannbetonbrücke und zählt zu den frühen Nachkriegsbauten dieser Konstruktionsart in Deutschland. Wer sich für Stadtgeschichte in Ulm interessiert, bekommt hier keinen abgeschlossenen Museumsort, sondern ein Bauwerk, an dem sich Verkehrs-, Grenz- und Stadtgeschichte direkt im Straßenraum ablesen lassen.
Für einen Besuch braucht es keine lange Vorbereitung: Die Herdbrücke ist Teil des öffentlichen Stadtraums. Gerade das macht sie für einen Spaziergang durch Ulm und Neu-Ulm interessant. Der Ort eignet sich, um die Donau als verbindendes Element der Doppelstadt zu erleben und die historischen Wege zwischen beiden Seiten nachzuvollziehen.