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Au und Reuthe: Bauhandwerk und Fresken im Bregenzerwald

Entdecke die Menschen hinter der Baukunst: Das Museum in Au und Reuthes mittelalterliche Fresken ergeben einen Kulturtag mit aktuellem Ausstellungsanlass.

Im Bregenzerwald lohnt es sich, einen Kulturtag bei den Menschen hinter den Bauwerken zu beginnen. Das Barockbaumeister Museum in Au erzählt von Handwerkern, die weit entfernt von ihrer Heimat große Baustellen organisierten. Die Pfarrkirche in Reuthe lenkt den Blick anschließend auf mittelalterliche Wandbilder. Beide Orte lassen sich zu einem Ausflug verbinden, bei dem du unterschiedliche Zeiten und Aufgaben von Kunst kennenlernst. Für Oktober 2026 gibt eine Sonderausstellung in Au einen zusätzlichen Anlass.

Au: Wie aus Handwerk eine gemeinsame Stärke wurde

Das Museum liegt im Ortsteil Rehmen. Hier steht die Auer Zunft im Mittelpunkt, die Maurer, Zimmerleute und Steinmetze zusammenführte. Die Ausstellung zeigt, wie Ausbildung und Zusammenarbeit die Grundlage für anspruchsvolle Bauaufträge schufen. Lehrlinge lernten auf den Baustellen und beschäftigten sich im Winter mit Zeichnen, Material und Kosten. Die sogenannten Auer Lehrgänge, historische Architektur- und Lehrbücher, kannst du in digitaler Form kennenlernen.

Zu den gezeigten Originalen gehören eine Zunfttruhe, ein Wanderbuch, Pläne und Stuckteile. Suche dir zunächst einen Gegenstand aus und überlege, welche Aufgabe er im Arbeitsalltag hatte. Ein Plan musste Wissen vermitteln, eine Zunft brauchte Organisation, ein Ornament musste schließlich tatsächlich hergestellt werden. So werden aus den oft nur als Namen bekannten Baumeistern Menschen mit erlernten Fähigkeiten und ganz praktischen Herausforderungen.

Ein weiterer Teil des Museums betrachtet das Leben zu Hause. Viele Männer waren während der Bausaison monatelang unterwegs; Frauen organisierten in dieser Zeit die Haushalte. Dieser Blick auf die Familien erweitert die Geschichte über einzelne berühmte Bauwerke hinaus. Frage dich beim Rundgang, wie eine solche Arbeitsweise ein Dorf verändert: Wer bleibt, wer geht, und welches Wissen kommt mit den Rückkehrenden wieder zurück?

Im Oktober: Franz Beer von Bleichten im Mittelpunkt

Die Sonderausstellung „Adel verpflichtet“ über Franz Beer von Bleichten läuft noch bis zum 31. Oktober 2026. Sie ergänzt die dauerhaften Themen um eine einzelne Persönlichkeit. Wer sich vertiefen möchte, findet am 17. Oktober außerdem eine angekündigte Buchvorstellung zu den Barockbauhandwerkern in Bregenzerwälder Zunftbüchern. Betrachte diese Veranstaltung als eigenes Angebot und prüfe Terminbedingungen gesondert, statt sie mit einem gewöhnlichen Museumseintritt gleichzusetzen.

Für einen Besuch im Oktober bieten sich besonders Freitag, Samstag oder Sonntag an: Dafür nennt das Museum im veröffentlichten Sommerplan jeweils 10 bis 17 Uhr. Die offiziellen Besuchsinformationen helfen beim Tagesabgleich und bei Führungen. Nach Ende Oktober solltest du die nächste Öffnungsphase prüfen; die inhaltliche Verbindung mit Reuthe bleibt auch für einen späteren Besuch interessant.

Reuthe: Bilder lesen, die älter als der Barock sind

Plane für Reuthe einen eigenen Transfer ein. Der zweite Ort ist ein bewusster Besuchsbaustein und kein kurzer Fußweg neben dem Museum. In der Pfarrkirche zum heiligen Jakobus dem Älteren stammen die Fresken im Altarraum ungefähr aus der Zeit von 1420 bis 1450. Sie entstanden damit lange vor dem Wirken der Auer Barockbaumeister. Der Reiz dieses Ausflugs liegt im Vergleich unterschiedlicher Kunstzeiten.

Wenn die Kirche zur Besichtigung geöffnet ist, schau zunächst auf die Ordnung der Bilder. Oben stehen neun Szenen aus dem Leben Mariens mit lateinischen Inschriften. Darunter sind die Artikel des Apostolischen Glaubensbekenntnisses mit Apostelgestalten und deutschen Texten angeordnet. Diese Aufteilung gibt dir einen Einstieg, auch wenn du nicht jede dargestellte Szene sofort erkennst.

Nimm danach eine einzelne Figur genauer in den Blick: Haltung, Blickrichtung und die Beziehung zu benachbarten Bildern helfen beim Betrachten. Wer gemeinsam unterwegs ist, kann erst die eigenen Beobachtungen austauschen und dann die Erläuterungen lesen. Weitere Hintergründe bietet die Beschreibung der Pfarrkirche durch die Gemeinde Reuthe.

Zwei Besuche mit Zeit dazwischen

Plane die Kirche passend zu ihrer Öffnung und außerhalb von Gottesdiensten. Wenn dir die Fresken besonders wichtig sind, kläre die Besichtigungsmöglichkeit vor dem Ausflug. Für Museum, Transfer, Kirche und eine Pause empfehlen wir einen großzügigen halben Tag. Beginne mit der Einrichtung, deren Zeitfenster am besten feststeht. So bleibt in Au genug Ruhe für die Handwerksgeschichte und in Reuthe Zeit, die Wandbilder als zusammenhängenden Bildraum wahrzunehmen.

Bildnachweis: Das historische Kurathus in Au-Rehmen beherbergt das Barockbaumeister Museum. Foto: Asurnipal / CC BY-SA 4.0. Bildquelle. Für die Webdarstellung skaliert, gegebenenfalls beschnitten und in ein Webformat umgewandelt.