Plane Dom und Neue Residenz nach Wochentag und Saison. So bleibt Zeit für Bamberger Reiter, Kaisergrab, Kaisersaal und den Blick aus dem Rosengarten.
Am Bamberger Domberg liegen zwei große Kulturziele so nah beieinander, dass die eigentliche Planung im Inneren beginnt: Wann ist der Dom für Besichtigungen zugänglich, und wie viel Zeit bleibt für die Neue Residenz? Wer einfach irgendwann oben ankommt, kann an einem Gottesdienst oder an der früheren Schließzeit der Residenz scheitern. Mit einer passenden Reihenfolge wird daraus ein Besuch mit Ruhe für Skulpturen, Räume und einen Blick über die Altstadt. Nimm dir lieber wenige Dinge bewusst vor, als jedes Detail auf dem Domplatz abhaken zu wollen.
Der Wochentag entscheidet über die Reihenfolge
Der Dom ist ein Gotteshaus mit Vorrang für die Liturgie. Seine Öffnung bedeutet deshalb nicht automatisch, dass du ihn gerade besichtigen kannst. Sonntags beginnen die regulären Besichtigungszeiten erst um 13 Uhr. Von Mai bis Oktober ist samstags außerdem die Zeit von 11.15 bis 13 Uhr für Besichtigungen ausgespart, weil vor dem mittäglichen Orgelkonzert Stille vorgesehen ist. Prüfe die aktuellen Besichtigungszeiten des Doms einschließlich besonderer Schließungen. Ein Gottesdienstbesuch ist ein eigenes Anliegen; während der Feier durch den Kirchenraum zu laufen, gehört nicht zur touristischen Besichtigung.
Für einen Sonntag ab dem 4. Oktober bietet sich die Neue Residenz am Vormittag an, anschließend eine Pause und ab 13 Uhr der Dom, sofern keine Sonderregel gilt. Die Residenz und ihr Rosengarten öffnen von April bis zum 3. Oktober von 9 bis 18 Uhr, vom 4. Oktober bis März von 10 bis 16 Uhr. Wer erst am späteren Nachmittag beginnt, hat dort wenig Spielraum. Unter der Woche kannst du die Reihenfolge nach den tatsächlich verfügbaren Zeitfenstern wählen. Halte dabei beide Besuche flexibel genug für eine Pause und kurzfristige Änderungen.
Im Dom die Skulpturen genauer betrachten
Für einen selbstständigen Rundgang sind der Bamberger Reiter und das Kaisergrab zwei gute Schwerpunkte. Der um 1230 entstandene Reiter steht erhöht am nördlichen Pfeiler beim Aufgang zum Ostchor. Seine Identität ist nicht sicher geklärt. Gerade diese offene Frage macht den Blick interessant: Was vermitteln Haltung, Gesicht und Krone, bevor du eine Deutung hörst? Schau zunächst aus etwas Abstand und lass dir dann Zeit für die Einzelheiten. Du brauchst für diesen Zugang keine vollständige Kunstgeschichte des Doms; ein bewusst betrachtetes Werk kann mehr hinterlassen als viele flüchtige Blicke.
Das gemeinsame Hochgrab von Heinrich II. und Kunigunde entstand unter Tilman Riemenschneider und wurde 1513 vollendet. Seine Seiten zeigen Legenden um das Kaiserpaar. Hier lohnt es sich, zwischen dargestellter Geschichte und historischer Person zu unterscheiden. Wenn du Zusammenhänge ausführlicher erklärt bekommen möchtest, suche vorab eine passende Domführung. Für den eigenen Rundgang genügt zunächst eine Szene, deren Figuren du genau betrachtest. Bleibe dabei aufmerksam für Menschen, die zum Gebet kommen, und passe deine Lautstärke an den Kirchenraum an.
Residenzräume und Rosengarten gezielt auswählen
In der Neuen Residenz setzt die aktuelle Sanierung eine Grenze für deine Auswahl: Das Kurfürstliche Appartement und die Altdeutsche Galerie sind derzeit bis auf Weiteres geschlossen. Die übrigen Prunkräume sind laut Schlösserverwaltung zugänglich. Im Fürstbischöflichen Appartement finden regelmäßig Führungen statt, die übrigen Räume kannst du ohne Führung besichtigen. Kontrolliere vor deinem Besuch die Öffnungszeiten und Hinweise zur Neuen Residenz. Wenn du wegen eines bestimmten Raumes anreist, ist dessen bestätigte Zugänglichkeit wichtiger als eine möglichst lange Wunschliste.
Im Kaisersaal lohnt sich ein genauer Blick nach oben. Melchior Steidl malte ihn zwischen 1707 und 1709 aus; die Malerei erweitert den vergleichsweise niedrigen Raum scheinbar in einen Deckenhimmel. Geh zunächst auf die Gesamtwirkung ein und suche dann den Übergang zwischen gebauter und gemalter Architektur. Nach den steinernen Figuren im Dom lernst du damit eine andere Art kennen, Bedeutung sichtbar zu machen. Wenn dich dieser Gegensatz interessiert, gib dem Saal mehr Zeit. Andere Räume dürfen bei einem ersten Besuch entsprechend kürzer ausfallen.
Für den Abschluss bietet sich der Rosengarten an. Von seiner Balustrade schaust du hinunter auf die Altstadt und hinauf zum Michaelsberg. Der Garten bleibt auch außerhalb der Rosenblüte als gestalteter Raum interessant; eine volle Blüte solltest du für einen Herbstbesuch allerdings nicht erwarten. Entscheide nach Wetter und verbleibender Öffnungszeit, ob du ihn ausführlicher erkundest oder nur einen kurzen Blick mitnimmst. Reserviere die Gartenpause im Oktober früh genug, denn auch sie endet ab dem 4. Oktober um 16 Uhr. So verteilst du deine Aufmerksamkeit auf drei sehr unterschiedliche Eindrücke, ohne deinen Tag mit weiteren Stationen zu überladen.
Bildnachweis: Bamberger Dom St. Peter und St. Georg am Domplatz. Foto: Berthold Werner / Gemeinfrei (PD-self: Freigabe durch den Urheber). Original und Bildquelle. Für die Webdarstellung gegebenenfalls skaliert, beschnitten und in ein Webformat umgewandelt.

