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Bschlabs mit offenen Sinnen: Maria Schnee, Kunst und Hölltalschlucht

Kirchenkunst, Skulpturen und ein stilles Seitental: So verbindest du Maria Schnee mit dem Weg der Sinne und planst die mittelschwere Runde realistisch.

Unterhalb der Wallfahrtskirche Maria Schnee beginnt in Bschlabs ein Weg, der Kunst und Berglandschaft zusammenbringt. Skulpturen und Texte begleiten den Abstieg zum Streimbach; später öffnen sich Blicke in die Hölltalschlucht. Wer hier Ruhe sucht, sollte sich trotzdem auf eine richtige Wanderung einstellen. Der Weg der Sinne ist Teil einer mittelschweren Runde und verlangt mehr Aufmerksamkeit als ein kurzer Spaziergang durchs Dorf.

Maria Schnee und das Leben im Seitental

Bschlabs gehört zur Gemeinde Pfafflar, einem der Lechtaler Auszeitdörfer. Die Wallfahrtskirche bildet einen guten Ausgangspunkt, um den Ort kennenzulernen. Ihre Geschichte beginnt 1639 mit dem Bau einer Kapelle, die 1648 geweiht wurde. Die Gemeinde berichtet, dass Verstorbene zuvor zur Bestattung weit aus dem Tal hinausgetragen werden mussten. Daran wird deutlich, wie wichtig eine eigene kirchliche Infrastruktur für diese Bergsiedlung war.

Der heutige Bau entstand schrittweise: Die Kirche wurde Anfang des 18. Jahrhunderts vergrößert, der Turm mit seinem achteckigen Obergeschoss und der Zwiebelhaube später ergänzt. Im Inneren lohnt ein Blick auf die Gnadenmadonna am Hochaltar und die Glasfenster von 1919. An der Außenfassade wurden bei einer Renovierung in den 1980er Jahren ältere Fresken freigelegt. Die Gemeinde Pfafflar erläutert die Ausstattung mit weiteren Details.

Kunst begegnet dir unterwegs

Unterhalb der Kirche folgst du der Beschilderung zum Weg der Sinne. Anders als in einer Ausstellung sind die Werke hier Teil der Umgebung. Holz, Bäume, Wassergeräusche und wechselndes Licht bestimmen mit, wie du die Stationen wahrnimmst. Nimm dir bei einem Werk Zeit und schau es erst ohne den zugehörigen Text an. Anschließend lässt sich vergleichen, ob die Worte deinen Eindruck verändern.

Zu den beteiligten Künstlern gehören unter anderem Ernst Schnöller, Josef Sprenger und Gotthard Weißenbach; auch die Schnitzschule Elbigenalp ist vertreten. Lokale Traditionen stehen neben eigenen Texten und religiösen Bezügen. Der Ort der Stille gibt dieser Verbindung einen Namen. Verstehe ihn als Einladung zum bewussten Hören und Verweilen: Ob Wasser, Wind oder andere Wandernde zu hören sind, hängt von der Situation ab. Eine garantierte Lautlosigkeit ist damit nicht verbunden.

Welche Runde du tatsächlich planst

Lechtal Tourismus führt die Kombination Hölltal – Weg der Sinne – Bschlaber Höhenweg mit 7,4 Kilometern, 295 Höhenmetern bergauf und einer Gehzeit von 2 Stunden 45 Minuten. Die Schwierigkeit ist als mittel eingestuft. Diese Angaben gelten für die gesamte ausgewiesene Runde, nicht allein für den Abschnitt mit den Kunststationen. Für Kirchenbesuch, Betrachtung der Werke und Pausen kommt zusätzliche Zeit hinzu.

Der Verlauf führt hinunter zum Bach, über eine Fußgängerhängebrücke und auf der anderen Talseite wieder bergauf. Über den weiteren Rundweg erreichst du Einblicke in die Hölltalschlucht und kehrst schließlich über den Bschlaber Höhenweg zurück. Die Naturparkbeschreibung nennt auch die Ortsteile Zwieslen und Egg mit alten Holzhäusern. So steht am Ende wieder das Dorf im Mittelpunkt, nachdem vorher der Bach und die bewaldeten Hänge den Blick bestimmt haben. Karte und aktuelle Tourangaben findest du bei Lechtal Tourismus.

Im Herbst mit klarer Entscheidung starten

Feuchtes Laub, Nässe oder früher Schnee können einen Steig deutlich verändern. Prüfe deshalb vor der Anreise Wetter und Wegzustand und rechne mit schattigen Abschnitten. Die Runde eignet sich für Menschen, die sich auf schmalen Wanderwegen sicher bewegen; als Kinderwagenstrecke oder automatisch leichter Familienausflug ist sie nicht zu verstehen. Ein kürzeres Stück bleibt nur dann sinnvoll, wenn Hin- und Rückweg vorher klar sind.

  • Nimm feste Wanderschuhe, Wetterschutz, Getränke und eine kleine Verpflegung mit. Gehe früh genug los, um auch mit Besichtigungspausen bei Tageslicht zurückzukehren.
  • Bleibe auf den beschilderten Wegen und halte an Kunststationen so an, dass andere vorbeikommen. Für Aussichtsfotos sind keine zusätzlichen Abstecher an Schluchtränder nötig.
  • Prüfe bei Busanreise die Rückfahrt für deinen Besuchstag. Bei einer Anfahrt über das Hahntennjoch sind die aktuelle Straßenlage und saisonale Sperren entscheidend.

Wenn die Bedingungen gegen die Wanderung sprechen, kann der Besuch der Kirche und des Dorfes für sich stehen. Der Reiz von Bschlabs liegt gerade darin, den Tag nicht mit Stationen vollzupacken, sondern Kunst, Ortsgeschichte und Landschaft mit Zeit wahrzunehmen.

Bildnachweis: Wallfahrtskirche Maria Schnee in Bschlabs vor bewaldeten Bergen Foto: Lutzto / CC0 1.0. Bildquelle. Für die Webdarstellung skaliert, gegebenenfalls beschnitten und in ein Webformat umgewandelt.