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Eiszeitkunst in Blaubeuren: URMU und Hohle Fels verbinden

© Dr. Eugen LehleCC BY-SA 3.0

Erst die Originale im URMU, dann ihr Fundort bei Schelklingen: Plane einen Ausflug zur Eiszeitkunst mit Miniaturvögeln und der Höhlensaison im Oktober.

Ein kleines Tier aus Mammutelfenbein kann einen ganzen Ausflug tragen. Im URMU in Blaubeuren begegnen dir Werke, die Menschen vor rund 40.000 Jahren geschaffen haben. Der Hohle Fels bei Schelklingen ergänzt dazu den Fundort. Zusammen erzählen Museum und Höhle von handwerklichem Können, genauer Naturbeobachtung und Fragen, auf die es noch keine fertige Antwort gibt. Im Oktober 2026 lässt sich beides verbinden; danach bleibt das Museum der passende Schwerpunkt.

In Blaubeuren mit den Originalen anfangen

Beginne im Museum für Urgeschichte und Eiszeitkunst, kurz URMU. Seine Ausstellungen geben den Funden einen Zusammenhang, bevor du später vor der Höhle stehst. Zu den Originalen gehört die berühmte Frau vom Hohle Fels. Ebenso lohnend ist der Blick auf die frühen Musikinstrumente: Das Museum zeigt unter anderem Fragmente von Flöten aus Mammutelfenbein und Schwanenknochen. Es geht hier also um weit mehr als Werkzeuge zum Überleben.

Nimm dir für einzelne Gegenstände bewusst Zeit. Welche Arbeitsschritte waren nötig, um aus einem Material eine Figur oder ein Instrument zu machen? Wo erkennst du Bearbeitungsspuren, wo ergänzt erst die Beschriftung dein Verständnis? Du brauchst dafür kein Vorwissen. Hilfreich ist vielmehr, die eigene erste Deutung offen zu halten. Was ein Objekt zeigt und was es für seine Hersteller bedeutete, sind zwei unterschiedliche Fragen.

Ein aktueller Anlass: die kleinen Vögel der Eiszeitkunst

Vom 30. Juli 2026 bis 4. April 2027 widmet sich die Sonderausstellung „Federleicht und Forschungsschwer“ den Miniaturvögeln der Eiszeitkunst. Im Mittelpunkt stehen zwei etwa 40.000 Jahre alte Figuren aus dem Hohle Fels. Eine zeigt einen ruhenden, möglicherweise brütenden Vogel. Die andere stellt einen Vogel mit ausgebreiteten Flügeln dar; von seinem linken Flügel fehlen Teile.

Gerade die geringe Größe macht genaues Schauen interessant. Vergleiche die Haltungen der Tiere, bevor du dich mit ihrer Einordnung beschäftigst. Die vorsichtige Formulierung „möglicherweise“ gehört dabei zur Sache: Forschung arbeitet mit erhaltenen Spuren, nicht mit einer vollständigen Erklärung aus der Vergangenheit. Mit Kindern kannst du zunächst sammeln, welche Merkmale sie selbst sehen. So lässt sich Beobachtung von Vermutung unterscheiden, ohne dass jemand die richtige Antwort erraten muss.

Für den Museumsbesuch gelten im Oktober die Sommeröffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen von 10 bis 17 Uhr. Ab November sind die regulären Zeiten kürzer; für Schulferien gelten eigene Angaben. Die Besuchsinformationen des URMU helfen beim passenden Tagesplan. Die Vogel-Ausstellung reicht deutlich über die Höhlensaison hinaus und bietet deshalb auch später im Herbst einen konkreten Anlass.

Der Hohle Fels zeigt den räumlichen Zusammenhang

Plane den Wechsel nach Schelklingen als eigenen Teil des Tages mit Fahrt und Ankunftspuffer. Im Hohle Fels besichtigst du den Fundort, während die Originale im Museum ausgestellt sind. Diese Aufteilung macht die Reihenfolge Museum zuerst besonders sinnvoll: Du bringst Bilder und Fragen mit, wenn du anschließend den Höhlenraum betrittst. Vergleiche dabei deine Vorstellung vom Fundort mit seiner tatsächlichen räumlichen Wirkung.

Auch die Höhle selbst verlangt ein anderes Tempo als eine Museumsvitrine. Hier geht es um den Ort und darum, wie wenig eine einzelne Fundstelle zunächst über ihre lange Nutzung verrät. Grabungsbereiche sind keine Wege für Besucher. Bleibe auf der vorgesehenen Strecke und lass dir Zeit beim Wechsel zwischen draußen und dem dunkleren Innenraum. Eine zusätzliche warme Schicht ist praktisch; der Betreiber nennt etwa acht Grad in der Höhle.

Die Höhlensaison endet im Oktober

Für den Zeitraum vom 14. September bis 31. Oktober 2026 nennt der Betreiber regulär Freitag 14 bis 17 Uhr sowie Samstag und Sonntag 11 bis 17 Uhr. Feiertagsangaben können davon abweichen. Prüfe deshalb insbesondere für den 3. Oktober die Öffnungszeiten des Hohle Fels für deinen Besuchstag. An der Höhlenkasse ist laut Betreiber nur Barzahlung möglich.

Nach der Saison bleibt die Höhle zum Schutz überwinternder Fledermäuse geschlossen. Für einen späteren Herbsttag verlagere den Schwerpunkt deshalb vollständig nach Blaubeuren. Ein längerer Museumsbesuch mit Zeit für die Dauerausstellung und die Miniaturvögel ist ein eigenständiges Programm. Die Verbindung zum Hohle Fels bleibt durch die Herkunft der Funde erhalten, auch wenn du seinen Innenraum erst in einer späteren Besuchssaison kennenlernen kannst.

Bildnachweis: Bewaldeter Hohle Fels bei Schelklingen mit Höhleneingang und Besuchergruppe. Foto: Dr. Eugen Lehle / CC BY-SA 3.0. Bildquelle. Für die Webdarstellung skaliert, gegebenenfalls beschnitten und in ein Webformat umgewandelt.