Zwei getrennte Ausflüge in Oberschwaben: die Heuneburg vor der Winterpause und ausgewählte Abschnitte des Riedlinger Wegs der Vielfalt.
Wie haben Menschen eine Flusslandschaft genutzt, und welche Lebensräume entstehen heute an ihren Ufern? Bei Herbertingen und Riedlingen lassen sich diese Fragen mit zwei unterschiedlichen Ausflügen verbinden. Die Heuneburg führt in die Welt der Kelten. Der Riedlinger Weg der Vielfalt macht die heutige Natur- und Kulturlandschaft verständlich. Beide Ziele liegen in der weiteren Donauregion, brauchen aber eine eigene Anreise. Dieser Vorschlag beschreibt keine verbindende Wanderroute.
Heuneburg: Geschichte am ursprünglichen Schauplatz
Auf der Heuneburg bei Hundersingen gehören Landschaft und Geschichte unmittelbar zusammen. Ein Rundgang über das Plateau mit rekonstruierten Häusern und Wehrgang hilft, den Ort räumlich zu verstehen. Beginne deshalb mit dem Blick nach draußen, bevor du dich den Einzelheiten widmest: Wie liegt die Anlage über der Umgebung? Wo begrenzt die Landschaft den Siedlungsplatz, und wohin öffnet sich der Blick? Solche Fragen geben dem Besuch eine Richtung, auch ohne umfangreiches Vorwissen.
Die rekonstruierten Gebäude vermitteln eine Vorstellung vom hallstattzeitlichen Leben. Dabei lohnt sich die Unterscheidung zwischen sichtbarem Nachbau und archäologischen Erkenntnissen. Eine Führung kann erklären, wie aus Funden ein Bild des früheren Alltags entsteht und welche Fragen offenbleiben. Sonntags nennt die Betreiberseite in der Saison öffentliche Standardführungen um 12 und 14 Uhr. Prüfe den konkreten Termin vorab und plane den Rundgang nicht erst kurz vor der Schließung.
Der Oktober 2026 bietet noch ein Besuchsfenster: Regulär ist die Heuneburg bis einschließlich 1. November Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Letzter Einlass ist um 16:30 Uhr; anschließend folgt die Winterpause. Eine Jacke bleibt auf dem offenen Gelände auch dann sinnvoll, wenn die Sonne im Tal angenehm wärmt. Zusätzliche Möglichkeiten im Raum Herbertingen und Ertingen bündelt der folgende Eintrag.
Riedlingen: Vom Donauufer zu Wiesen, Gärten und Wald
Der Weg der Vielfalt erzählt eine andere Geschichte. Seine 13 Erlebnisstationen verbinden die Donauauen mit dem Zollhauser Tal und der Landschaft Richtung Pflummern. Entlang der Strecke verändern sich die Lebensräume: Wasser und Feuchtflächen gehen in Gärten, Wiesen, Hecken und Wald über. Du musst dafür keine Tierarten auswendig kennen. Schon der Vergleich von Licht, Boden, Wasser und Vegetation macht deutlich, weshalb verschiedene Tiere unterschiedliche Plätze brauchen.
Für einen ersten Ausflug bietet sich ein ausgewählter Abschnitt an. Bleibe beispielsweise im Bereich der Donau und des Zollhauser Tals, wenn du eher beobachten als viele Kilometer gehen möchtest. An den Stationen können Familien Wissensfragen gemeinsam lösen. Die Beobachtungsstelle im Biberland richtet den Blick auf Wasserbewohner, ohne sie unnötig zu stören. Eine tatsächliche Bibersichtung ist damit nicht versprochen. Spuren und die Gestaltung des Lebensraums sind ebenfalls ein guter Anlass, genauer hinzuschauen.
Acht Kilometer einfach sind keine kleine Runde
Der gesamte Weg bis Pflummern umfasst laut städtischem Flyer ungefähr acht Kilometer und 155 Höhenmeter. Dafür werden zwei bis drei Stunden reine Gehzeit angegeben. Es handelt sich um eine Streckenwanderung: Rückweg oder Rückfahrt kommen hinzu. Rechne außerdem mit Zeit für die Tafeln, Pausen und Beobachtungen. Wer spät beginnt, sollte eine vorher ausgewählte Teilstrecke gehen und einen klaren Umkehrpunkt festlegen. Die ganze Route spontan am Nachmittag anzugehen, lässt im Herbst wenig Spielraum.
Gras, Schotter und Asphalt wechseln sich ab; zwischen Grüningen und Pflummern gibt es steilere Abschnitte. Eine durchgehend barrierefreie Strecke lässt sich daraus nicht ableiten. Mit Kinderwagen oder Rollstuhl prüfst du den passenden Abschnitt vorher. Bei Nässe und Hochwasser haben aktuelle Hinweise und Sperren Vorrang. Bleibe in den Schutzgebieten auf den Wegen, halte Hunde an der Leine und lass Pflanzen, Früchte sowie Pilze an ihrem Standort.
Für die Kombination empfiehlt sich ein ausführlicher Heuneburg-Besuch und ein kurzer Naturabschnitt an einem anderen Tag. So bleiben Geschichte und Landschaft jeweils in Ruhe erlebbar. Weitere Besuchsangaben stehen auf der offiziellen Heuneburg-Seite; Strecke und Stationen zeigt der städtische Flyer zum Weg der Vielfalt.
Bildnachweis: Blick auf Hundersingen mit Bäumen, Häusern und Kirche am Hang. Foto: Szeder László / CC BY-SA 4.0. Bildquelle. Für die Webdarstellung skaliert, gegebenenfalls beschnitten und in ein Webformat umgewandelt.