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Wasser für die Berghänge: Gallruthstollen und Kaunerberger Wasserweg

Warum ein Kanal die trockenen Hänge am Kaunerberg versorgt: Geschichte, unterschiedliche Wanderstrecken und wichtige Hinweise zum Gallruthstollen.

Am Kaunerberg ist Wasser nicht nur Teil der Aussicht. Es musste gesammelt, geleitet und auf trockene Hänge verteilt werden, damit dort Landwirtschaft möglich blieb. Der Hangkanal und der Gallruthstollen erzählen von dieser Arbeit. Wer ihnen zu Fuß folgt, entdeckt eine Berglandschaft zugleich als Naturraum und als Ergebnis menschlicher Planung.

Der Name „Wasserweg“ kann allerdings zu einer falschen Vorstellung führen: Eine Tour durch den Gallruthstollen ist kein kurzer Spaziergang an einem ebenen Bach. Es gibt verschiedene Einstiege und unterschiedlich lange Varianten. Der Stollen ist dunkel, wird weiterhin zur Bewässerung genutzt und ist nicht jederzeit zugänglich. Dieser Guide hilft dir, die passende Form des Besuchs auszuwählen.

Warum hier ein Kanal gebraucht wurde

Die sonnigen Hänge bei Kauns und Kaunerberg gehören zu einer niederschlagsarmen Landschaft. Zwischen 1947 und 1954 entstand mit Unterstützung aus dem Marshallplan ein etwa zwölf Kilometer langes Kanalsystem als Hauptader der Bewässerung. Wasser aus dem Bereich des Gallruth wurde damit zu den landwirtschaftlichen Flächen geleitet.

Das ist eine andere Geschichte als die eines Kraftwerks oder einer Trinkwasserleitung. Hier steht die Versorgung von Wiesen und Nutzflächen im Mittelpunkt. Der Naturpark beschreibt den Kanal zugleich als wichtigen Arbeitgeber der Nachkriegszeit. Ein Bauwerk, das heute wie ein ungewöhnliches Wanderziel wirkt, war für die Menschen vor Ort zunächst wirtschaftliche Infrastruktur.

Beim Gehen lohnt es sich deshalb, auf Gefälle und Geländeformen zu achten. Wo verläuft eine Leitung am Hang, wo muss sie ein Hindernis überwinden, und warum wäre die direkte Strecke ungünstig? Du musst keine technischen Berechnungen anstellen. Schon der bewusste Vergleich zwischen der natürlichen Form des Hanges und dem Verlauf des Wassers erklärt viel.

Die Länge des Kanals ist nicht die Länge deiner Wanderung

Unter dem Namen Kaunerberger Wasserweg werden unterschiedliche Touren beschrieben. Die regionale Tourenbeschreibung einer Streckenwanderung ins Kaunertal nennt ungefähr zwölf Kilometer, fünf Stunden und 750 Höhenmeter bergauf; ihr Endpunkt liegt in Platz. Der Naturpark führt für eine deutlich ausgedehntere Variante 20 Kilometer und 1.450 Höhenmeter bergauf an.

Diese Angaben gehören nicht zu einer einzigen austauschbaren Runde. Wähle zuerst den konkreten Kartentrack und seinen Einstieg. Die Ausgangspunkte im Bereich Kauns, Kaunerberg oder unterhalb der Falkaunsalm verändern den Tag erheblich. Erst danach planst du Bus, Parkplatz, Pausen und Rückkehr. Ein kurzer Zustieg zum Stollen lässt sich nicht einfach mit den Angaben einer langen Talwanderung kombinieren.

Für die längere Streckenwanderung brauchst du zusätzlich zur Gehzeit Reserven für Erklärtafeln, Orientierung und einen möglichen Aufenthalt an der Alm. Wenn Start und Ende auseinanderliegen, ist die Rückfahrt Bestandteil der Tour. Ein im Internet gefundener Fahrplan aus einer anderen Saison reicht dafür nicht aus.

Der Gallruthstollen: Zugang vor dem Aufbruch klären

Der ungefähr einen Kilometer lange Stollen ist das auffälligste Teilstück. Im Inneren fehlt Tageslicht über weite Strecken. Nimm eine zuverlässige Lampe mit; eine Stirnlampe lässt die Hände frei. Prüfe Batterien beziehungsweise Ladestand vor dem Losgehen und plane eine Reserve. Das Licht des Mobiltelefons sollte nicht deine einzige Beleuchtung sein.

Der Naturpark weist ausdrücklich darauf hin, dass der Stollen noch der Bewässerung dient und daher nicht immer begehbar ist. Kläre den Zugang kurz vor deiner Wanderung beim Tourismusverband Kaunertal. Eine ältere Tourenbeschreibung und eine frei zugängliche Eingangstür sind keine verlässliche Aussage über die Verhältnisse im gesamten Tunnel.

Die offizielle Wegbeschreibung erwähnt niedrige Passagen und eine seitliche Öffnung im weiteren Verlauf, an der nicht ausgestiegen werden soll. Bleibe auf dem beschriebenen Weg. Wer sich in Dunkelheit oder engen Räumen unwohl fühlt, entscheidet sich besser für eine Variante ohne Stollendurchgang. Gerade mit Kindern sollte diese Entscheidung vor dem Eingang fallen.

Drei Möglichkeiten für unterschiedliche Gruppen

Dein InteresseGeeigneter AnsatzWichtige Voraussetzung
Bewässerung und Berglandschaft ausführlich verstehenLange Wasserweg-Variante mit bestätigtem StollenzugangKondition, vollständige Ausrüstung und organisierte Rückfahrt
Den Hangkanal gezielt kennenlernenKürzere, vor Ort bestätigte Variante ab höherem EinstiegAktueller Verlauf und sichere Anreise zum gewählten Ausgangspunkt
Einen ruhigen Naturausflug unternehmenKauns und Kauner Weiher als eigener BesuchKeine Erwartung, dabei automatisch den Stollen zu erreichen

Ein geführter Besuch kann sinnvoll sein, wenn du Hintergrundwissen und eine klare Begleitung möchtest. Erkundige dich nach tatsächlich angebotenen Terminen und dem genauen Treffpunkt. Ein vergangener Sommertermin ist keine Buchungsmöglichkeit für den Herbst. Auch bei einer Führung bleiben passende Kleidung und eine realistische Selbsteinschätzung wichtig.

Der Kauner Weiher als bewusst anderes Ziel

Im Gemeindegebiet Kauns liegt der Kauner Weiher in der Landschaft der Trockenrasen. Das Gewässer wurde gemeinsam mit dem Naturpark renaturiert und öffentlich zugänglich gemacht. Es bietet einen guten Anlass, den Blick vom technischen Umgang mit Wasser auf ein kleines Biotop zu richten.

Hier kannst du am Rand beobachten, wie unterschiedlich Ufer, offene Wasserfläche und angrenzende Vegetation aussehen. Bleibe auf den vorgesehenen Zugängen und vermeide es, Tiere für ein Foto aufzuscheuchen. Für einen Herbstbesuch steht das Schauen im Vordergrund. Aus einer Beschreibung als sommerlicher Badeteich folgt keine Zusage über Badebetrieb, Wasserqualität oder geeignete Temperaturen an deinem Besuchstag.

Der Weiher ist eine Alternative für einen ruhigeren Tag und kein notwendiger Zusatz nach einer langen Bergwanderung. Wenn nach fünf Stunden Gehzeit die Konzentration nachlässt, darf der Ausflug mit der sicheren Rückkehr enden. Eine zweite Entdeckung bleibt für einen anderen Tag.

Was im Herbst besonders zählt

Die längeren Wasserweg-Varianten führen deutlich in die Höhe. Früher Schnee, nasse Wege und die kürzeren Tage können die Planung verändern. Packe wetterfeste Kleidung, Verpflegung und ausreichend Getränk ein. Behandle Wasser in Kanal und Stollen nicht als ausgewiesenes Trinkwasser. Eine Einkehr an einer Alm ist nur dann Teil des Plans, wenn ihre Bewirtschaftung für das Datum bestätigt ist.

Stimme Strecke und Umkehrzeit auf die langsamste Person ab. Eine Umkehr wegen gesperrtem Zugang ist ein sinnvoller Abschluss und kein Grund, einen anderen Durchgang zu suchen. Weitere Informationen findest du beim Naturpark zum Hangkanal und Stollenzugang und in der regionalen Tourenbeschreibung. Recherchestand: 28. September 2026; eine Freigabe für einen konkreten Wandertag ist damit nicht verbunden.

Bildnachweis: Eingangsportal des Gallruthstollens am Kaunerberger Wasserweg Foto: Heribert Duling -Famduling- / CC BY-SA 3.0 DE. Bildquelle. Für die Webdarstellung skaliert, gegebenenfalls beschnitten und in ein Webformat umgewandelt.