Masonwasserfall, Fallbach, Formarinsee oder Spullersee? Vergleiche Anreise, Gehzeit und Saison und finde den passenden Wasserausflug im Klostertal.
Ein Wasserfall am Berghang und ein See auf fast 1.800 Metern Höhe können auf Fotos ähnlich unkompliziert wirken: hingehen, schauen, eine Pause machen. Für einen Ausflug im Klostertal liegen zwischen diesen Zielen jedoch große Unterschiede. Zugang, Gehzeit, Rückweg und Saison entscheiden darüber, welcher Tag zu dir passt.
Dieser Guide vergleicht Masonwasserfall und Fallbach mit Formarinsee und Spullersee. Die Seen gehören zur Bergwelt oberhalb des Tals; eine bequeme Anfahrt führt saisonal über Lech und das Zugertal. Dazu kommt das Klostertal Museum als eigenständiger Kulturbaustein. Wähle zunächst einen Schwerpunkt, statt die Ziele zu einer vermeintlich kurzen gemeinsamen Runde zu verbinden.
Wasser prägt mehr als das Ausflugsfoto
Im Klostertal begleitet die Alfenz den Talraum. Seitliche Bäche überwinden auf dem Weg hinunter große Höhenunterschiede. An Felsstufen entstehen Wasserfälle; weiter oben sammeln sich Wasser und Schnee in einer ganz anderen Landschaft. Wer diese Höhenstufen bewusst unterscheidet, versteht auch die unterschiedlichen Anforderungen an einen Besuch.
Nach Niederschlägen kann ein Wasserfall eindrucksvoller wirken, während der Zugang gleichzeitig unangenehmer oder gefährlicher wird. In der Höhe können Schnee und Eis liegen, obwohl unten noch gute Spazierbedingungen herrschen. Die Menge des Wassers ist deshalb kein ausreichendes Kriterium für die Wahl eines Ausflugs.
Beginne mit der Frage, wie viel Bewegung du möchtest. Danach kommen Anfahrt und Wetter. Erst wenn diese Grundlagen passen, lohnt sich die Entscheidung zwischen dem Blick auf eine hohe Felswand, einem Weg durch Wald oder einer offenen Bergseelandschaft.
Masonwasserfall: eine richtige Wanderung ab Braz
Die offiziell beschriebene Wanderung zum Masonwasserfall startet bei Innerbraz und endet bei der Traube in Außerbraz. Sie umfasst rund 7,9 Kilometer, etwa drei Stunden Gehzeit sowie 467 Höhenmeter im Aufstieg und 652 im Abstieg. Für die Rückkehr zum Ausgangspunkt wird unter anderem der Landbus L720 genannt.
Der Weg führt über Pfarrmähdle, Rütenen und Laschei in Richtung Wasserfall. Er endet an einer ausdrücklich gekennzeichneten Stelle vor dem Wasserfall. Diese Markierung ist das Ziel des Zugangs; sie ist keine Aufforderung, für ein besseres Foto weiter zum Wasser vorzudringen.
Der Tourismusverband weist auf Steinschlaggefahr am oberen Wegabschnitt und gekennzeichnete Schutzplätze hin. Damit eignet sich die Tour nicht als beiläufiger Spaziergang, den man bei beliebigen Bedingungen spontan anhängt. Beachte aktuelle Sperren, die Hinweise vor Ort und die eigene Trittsicherheit. Die offizielle Wegbeschreibung mit Sicherheitshinweisen gehört zur Vorbereitung.
Für die Tagesplanung macht besonders der unterschiedliche Start- und Endpunkt einen Unterschied. Mit einer passenden Busverbindung bleibt die angegebene Wanderung überschaubar. Ein zusätzlicher Rückweg zu Fuß verlängert sie; rechne ihn nicht stillschweigend in die drei Stunden hinein.
Fallbach: der niedrigere Weg ist eine Streckenwanderung
Zum Naturdenkmal Fallbach beschreibt die Region eine Route von Dalaas über Strottern zum Wasserfall und anschließend weiter nach Innerbraz. Die Angaben lauten rund 5,1 Kilometer, zweieinhalb Stunden, 63 Höhenmeter bergauf und 179 bergab. Im Vergleich zur Masonrunde fällt damit deutlich weniger Anstieg an.
Die Wanderung verbindet den Blick auf den Fallbach mit Wegen durch den Talraum. Nach dem Wasserfall führt die Beschreibung über die Alfenz und weiter zum Mühleplatz in Innerbraz. Auch hier gehört der Rücktransport zur Planung. Die Buslinie L720 kann die beiden Orte verbinden; prüfe die konkrete Verbindung am gewünschten Wochentag.
Wasserfallwanderung und Klettersteig am Fallbach sind verschiedene Unternehmungen. Die hier beschriebene Tour ist der Wanderweg zum Naturdenkmal. Ein Klettersteig verlangt eigene Ausrüstung und Fähigkeiten und wird durch diese Empfehlung nicht mit abgedeckt. Verlauf und aktuelle Hinweise stehen in der Tourenbeschreibung zum Fallbach.
Formarinsee: ein Bergtag mit anderer Anreise
Der Formarinsee liegt auf etwa 1.793 Metern im Lechquellengebirge. Sein Wasserstand hängt eng mit der Schneeschmelze zusammen; der Abfluss erfolgt unterirdisch. Die Rote Wand bildet einen markanten Hintergrund. Schon diese Lage unterscheidet den See von einem Ausflugsziel unmittelbar an der Talstraße.
Während der Sommersaison kann der Ortsbus ab Lech den langen Zugang durch das Zugertal verkürzen. Vom Bereich der Formarinalpe führt eine Schotterstraße zum See. Das ist eine andere Ausgangslage als eine vollständige Bergwanderung ab Dalaas oder Braz. Die Anreisevariante entscheidet also darüber, wie viel Zeit und Kondition der Besuch erfordert.
Plane einen eigenen Tag und prüfe den Weg von deinem Quartier nach Lech ebenso wie die Fahrt zum See. Ein kurzer Aufenthalt am Wasser kann durch die gesamte Anreise dennoch einen großen Teil des Tages beanspruchen. Wer zusätzlich zur Freiburger Hütte gehen möchte, braucht dafür einen passenden Zeitrahmen und eine bewusste Routenwahl.
Spullersee: Staumauern und Berglandschaft
Beim Spullersee sind die Staumauern Teil des Landschaftsbildes. Die beschriebene Rundwanderung ab der Bushaltestelle führt am Ufer entlang, über die südliche Staumauer und hinauf in Richtung Ravensburger Hütte. Sie ist damit mehr als ein vollständig ebener Uferspaziergang.
Wenn eine Hütteneinkehr wichtig für deinen Tag ist, prüfst du deren Saison gesondert. Die Existenz eines Wanderweges sagt nichts über die aktuelle Bewirtschaftung aus. Nimm so viel Verpflegung mit, dass die Tour auch bei einer geschlossenen Einkehr sinnvoll bleibt.
Eine Verbindung von Formarinsee und Spullersee über hoch gelegene Übergänge ist eine eigene Bergtour. Die kurze Entfernung auf einer Übersichtskarte reicht nicht, um beide Seen als leichte Kombination vorzuschlagen. Für einen ersten Besuch ist ein See mit einer passenden Route die klarere Wahl.
Im Herbst entscheidet der Fahrplan mit
Der veröffentlichte Sommerfahrplan 2026 für die Lecher Ortsbusse gilt bis zum 4. Oktober 2026. Darin sind die Linien zum Formarinsee und Spullersee aufgeführt. Für spätere Herbsttage lässt sich daraus keine Busanreise zusagen. Die Zufahrt für private Fahrzeuge unterliegt zusätzlichen Regelungen und ist kein selbstverständlicher Ersatz.
Prüfe deshalb vor einem Seetag die aktuellen Fahrpläne und Zufahrtsinformationen. Ein sonniger Wetterbericht allein bestätigt weder eine Busfahrt noch schneefreie Bergwege. Die letzte Rückfahrt bildet den festen Rahmen; der Aufenthalt dazwischen wird daran angepasst.
Das Klostertal Museum als anderer Zugang zum Tal
Im ehemaligen Thöny-Hof in Wald am Arlberg erzählt das Klostertal Museum vom Wohnen, Arbeiten und Unterwegssein im Tal. Landwirtschaft, Sozialgeschichte und Verkehr bilden Schwerpunkte. Das historische Haus ist selbst Teil des Besuchs und ergänzt die Landschaft um die Lebenswelt ihrer Bewohner.
Dieser Baustein eignet sich für einen eigenen Nachmittag oder als Ergänzung einer kürzeren Unternehmung, sofern die Öffnung passt. Bei Regen sollte der Besuch vorher bestätigt werden. Ein geschlossenes Museum ist keine spontane Wetteralternative, nur weil es in der Nähe eines Wanderziels liegt.
Welche Auswahl passt?
| Dein Wunsch | Passender Ausgangspunkt | Entscheidender Planungspunkt |
|---|---|---|
| Wasserfall mit wenig Anstieg | Fallbachroute ab Dalaas | Rückfahrt von Innerbraz |
| Mehr Wanderung und Höhenmeter | Masonroute ab Innerbraz | Steinschlaghinweise und Wegfreigabe |
| Bergsee und weite Landschaft | Formarinsee oder Spullersee | Höhenwetter, Saison und Anreise |
| Talgeschichte kennenlernen | Klostertal Museum | Öffnung und genügend Zeit im Haus |
Für ein Wochenende bietet sich ein Tag im Tal und ein gesonderter Bergtag an. Bei wenig Zeit bleibst du bei einem Ziel. So entsteht ein Ausflug mit einem nachvollziehbaren Ablauf – und mit genügend Raum, die Wasserlandschaft tatsächlich zu erleben.
Besuchsinformationen geprüft am 28. September 2026. Tourdaten gelten für die jeweils beschriebenen Varianten; aktuelle Sperren und Betriebsinformationen haben Vorrang.
Bildnachweis: Der Fallbach bei Dalaas, von unten aufgenommen. Foto: Tobias1984 / CC BY-SA 3.0. Bildquelle. Für die Webdarstellung skaliert, gegebenenfalls beschnitten und in ein Webformat umgewandelt.


