Cookies und deine Auswahl

Diese Website wird von der Allgäu Active GbR betrieben. Notwendiges speichern wir immer — ohne das funktioniert die Seite nicht. Für Statistik, Personalisierung und Marketing brauchen wir deine Einwilligung.

Bei Statistik setzen wir Google Analytics ein, beim Marketing den Meta-Pixel und den OpenAI-Pixel, bei den Anmeldediensten die Anmeldung mit Google. Dabei werden Daten an Google, Meta bzw. OpenAI in die USA übertragen, wo US-Behörden darauf zugreifen können. Grundlage ist allein deine Einwilligung (Art. 49 Abs. 1 lit. a DSGVO).

Du kannst jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen — über „Cookie-Einstellungen“ im Fußbereich jeder Seite.

Kramsach: alte Höfe, Schmiedekunst und Geschichten vom Leben

Historische Höfe und ein Friedhof ohne Bestattungen erzählen in Kramsach von Alltag, Handwerk und Erinnerung. Zwei Museumsbesuche für einen Werktag.

Wie wurden Häuser gebaut, wie wurde auf einem Hof gearbeitet, und was erzählen Menschen am Ende über ihr Leben? In Kramsach geben zwei ungewöhnliche Museen unterschiedliche Antworten. Das Museum Tiroler Bauernhöfe führt durch historische Gebäude aus mehreren Tiroler Talschaften. Der Museumsfriedhof zeigt schmiedeeiserne Grabkreuze und Inschriften, die manchmal überraschend direkt und humorvoll sind. Zusammen entsteht ein Ausflug über Alltagskultur, Handwerk und Erinnerung. Für beide Ziele am selben Tag ist ein gewöhnlicher Werktag die richtige Wahl.

Historische Höfe statt einer einzigen Tiroler Bauform

Im Museum Tiroler Bauernhöfe wurden 37 historische Originalbauten wiedererrichtet. Neben Bauernhöfen gehören Nebengebäude dazu. Die Anlage ermöglicht dadurch einen Vergleich, den du in einem einzelnen Dorf kaum so unmittelbar bekommst: Gebäude aus unterschiedlichen Talschaften stehen in einem gemeinsamen Rundgang. Es geht um Wohnen und Wirtschaften vor der Industrialisierung, also um Räume, in denen Haushalt, Vorratshaltung, Tierhaltung und Arbeit eng zusammengehörten.

Die Gebäude sind keine Kulissen, die nur von außen betrachtet werden. Informationstafeln mit historischen Fotografien erläutern ihre Geschichte; Hör- und Videostationen erschließen die Lebenswelt ihrer früheren Bewohner. Gerade bei den Wohnräumen lohnt es sich, die räumliche Aufteilung mit dem eigenen Alltag zu vergleichen. Welche Tätigkeiten mussten am selben Ort stattfinden? Wie viel Arbeit steckte in Versorgung und Instandhaltung? Solche Fragen machen aus einer Reihe schöner alter Häuser eine verständliche Geschichte des Zusammenlebens.

Die kostenlose Audioguide-App vertieft Themen wie Essen, Krankheiten, Feste und die Beziehungen auf den Höfen. Sie ergänzt damit den Blick auf Architektur um soziale Zusammenhänge. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Brandenberger Holztrift: Der Transport von Holz auf Bächen und Flüssen war für die Region lange wichtig. In der Holzfällerhütte zeigt ein Film die letzte Trift auf der Brandenberger Ache von 1966. Das verbindet Handarbeit mit der Geschichte regionaler Transportwege.

Für den Rundgang ausreichend Zeit lassen

Der Museumsweg ist rund 3,2 Kilometer lang und verläuft durch hügeliges Gelände. Der Betreiber nennt etwa eineinhalb Stunden als Orientierung für den Aufenthalt. Mit ausführlichen Hausbesuchen und Pausen darf es länger werden. Im Herbst ist der Wechsel zwischen Gebäuden und Außenwegen Teil des Erlebnisses; Schuhe für feuchte Wege und eine zusätzliche Kleidungsschicht sind daher sinnvoll.

Wer mit Kindern oder einer rätselbegeisterten Gruppe kommt, kann außerdem das 2026 eingeführte Outdoor-Escape-Angebot prüfen. Darin geht es um einen Tagelöhner auf der Suche nach Arbeit. Dieses Zusatzangebot hat eigene Bedingungen und Startzeiten. Ebenso sind Handwerksvorführungen an konkrete Programmpunkte gebunden. Für einen normalen Museumsbesuch musst du keines dieser Angebote hinzubuchen; die Häuser und ihre Geschichten tragen den Rundgang auch für sich.

Der Museumsfriedhof: Handwerk und ungewöhnliche Lebensgeschichten

Der Museumsfriedhof Kramsach liegt bei der Sagzahn-Kunstschmiede in Hagau. Trotz seines Namens ist er kein Begräbnisplatz: Hier ist niemand bestattet. Gezeigt werden historische Grabkreuze und Marterl aus der Sammlung der Familie Guggenberger. Die Sammlung entstand über Jahrzehnte; 1965 wurde der Museumsfriedhof angelegt. Damit liegt der Schwerpunkt auf erhaltenen Zeugnissen und ihrer Präsentation, nicht auf dem Besuch heutiger Gräber.

Beim Rundgang treffen kunstvolle Metallarbeiten auf Texte, die von Arbeit, Unglück, Beziehungen und Tod erzählen. Manche Inschriften sind derb oder komisch, andere stimmen nachdenklich. Gerade diese Mischung erklärt den Beinamen „Lustiger Friedhof“. Schau dabei auch auf die Kreuze selbst: Form, Verzierung und handwerkliche Ausführung gehören genauso zur Sammlung wie die Sprüche. Die beiden Museen ergänzen sich dadurch gut: Erst begegnest du den Lebensräumen, anschließend einer besonderen Form der Erinnerung an Menschen.

Öffnungen für Oktober und November 2026

Das Bauernhöfemuseum nennt für Oktober und November täglich 9 bis 17 Uhr, mit letztem Einlass um 15.30 Uhr. Die offizielle Besuchsseite bestätigt den Einlass auch an Feiertagen. Der Museumsfriedhof öffnet dagegen nur montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr; samstags, sonntags und an Feiertagen bleibt er geschlossen. Informationen dazu stehen beim Museumsfriedhof selbst. Beide Anlagen haben unterschiedliche Standorte: Plane den Transfer zusätzlich ein und beginne am besten mit dem längeren Höferundgang. Stand: 30. September 2026.

Bildnachweis: Einblick in das Museum Tiroler Bauernhöfe in Kramsach. Foto: Holger.Ellgaard / CC BY 3.0. Bildquelle. Für die Webdarstellung skaliert, gegebenenfalls beschnitten und in ein Webformat umgewandelt.