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Unter die Alb: Laichinger Tiefenhöhle oder Sontheimer Höhle?

© FranzfotoCC BY-SA 3.0

Steile Schächte auf eigene Faust oder Tropfsteine mit Führung? So wählst du zwischen Laichingen und Sontheim und planst den Besuch vor der Winterpause.

Auf der Laichinger Alb führt ein Herbstausflug manchmal steil nach unten. Die Tiefenhöhle Laichingen und die Sontheimer Höhle bei Heroldstatt zeigen zwei unterschiedliche Seiten der unterirdischen Landschaft: Hier stehen Schächte und große Hallen im Mittelpunkt, dort Tropfsteine und eine geführte Besichtigung. Wer sich vorab für den passenden Ablauf entscheidet, hat mehr vom Besuch. Für Oktober 2026 sind beide Ziele interessant; danach beginnt die Winterpause beziehungsweise die Schutzzeit für Fledermäuse.

Laichingen: Der Weg führt über steile Eisentreppen

In der Tiefenhöhle bewegst du dich auf einem etwa 330 Meter langen Besucherweg bis 55 Meter unter die Oberfläche. Mehrere steile Eisentreppen gehören dazu. Die Strecke wird regulär individuell begangen, sodass du bei den Erläuterungen in deinem eigenen Tempo bleiben kannst. Fünf Audiostelen bieten auch eine eigene Fassung für Kinder.

Der Betreiber rechnet für den Höhlengang mit ungefähr 45 Minuten. Bei rund neun Grad in der Höhle sind eine warme Schicht und feste Schuhe sinnvoll, selbst wenn es draußen sonnig ist. Plane mit Kindern lieber zusätzliche Zeit ein und überlege vorher, ob alle die Treppen selbstständig bewältigen können. Ein Kinderwagen ist für diesen Abstieg ungeeignet. Wer sich auf steilen Stufen unwohl fühlt, sollte den Besuch nicht allein wegen des kurzen Streckenmaßes als leichte Runde einstufen.

Während der Saison öffnet Laichingen täglich von 10 bis 18 Uhr; letzter Einlass ist um 17:30 Uhr. Als Saisonende nennt der Betreiber das Ende der baden-württembergischen Herbstferien, jedoch kein eindeutiges Schlussdatum für 2026. Ein Besuch im Oktober lässt sich deshalb verlässlicher einplanen als ein ungeprüfter Novembertermin. Aktuelle Hinweise findest du auf der offiziellen Seite der Tiefenhöhle.

Sontheim: Tropfsteine mit fachlicher Begleitung

Die Sontheimer Höhle liegt südlich von Heroldstatt am Rand des Tiefentals. Ihr Besucherweg ist rund 192 Meter lang und führt bis etwa 34 Meter Tiefe. Die Besichtigung erfolgt ausschließlich mit Führung und dauert ungefähr eine halbe Stunde. Das ist besonders angenehm, wenn du Fragen direkt stellen möchtest oder den Höhlenraum lieber gemeinsam mit einer Gruppe kennenlernst.

Bei Tropfsteinen lohnt sich der Blick auf ihre Entstehung. Wasser kann Kalk aus dem Gestein lösen und später in der Höhle wieder ablagern. Von der Decke wachsende Formen heißen Stalaktiten, vom Boden aufragende Stalagmiten. In Sontheim zeigen Untersuchungen verschiedener Tropfsteingenerationen, dass hier mehrere große Warmzeiten Spuren hinterlassen haben. Ein kleiner Tropfen kann damit Teil einer sehr langen Geschichte sein. Fotos machen die Formen sichtbar; die Führung hilft, ihren Zusammenhang zu verstehen.

Regulär starten die Oktoberführungen samstags stündlich von 14 bis 17 Uhr sowie sonn- und feiertags stündlich von 10 bis 17 Uhr. Der 3. Oktober 2026 ist ein Samstag und zugleich Feiertag; maßgeblich ist dafür die Feiertagsregelung. Die zusätzlichen werktäglichen Sommerführungen gelten im Oktober nicht. Wer unter der Woche kommen möchte, braucht eine vereinbarte Gruppenführung.

Der letzte Besuchstag und die Winterruhe

Für Sontheim nennt der aktuelle Veranstaltungskalender Sonntag, den 1. November 2026, als letzten Besuchstag. Ab dem Abend beginnt die Fledermausschutzzeit bis zum 1. Mai 2027. Diese datierte Ankündigung ist für die Herbstplanung entscheidend. Prüfe vor der Anfahrt den aktuellen Kalender der Sontheimer Höhle, insbesondere wenn du das letzte Saisonwochenende nutzen möchtest.

Die Winterpause gehört zum Charakter einer Schauhöhle: Ein Raum, der zeitweise Besucher empfängt, ist zugleich Lebensraum. Für einen Ausflug nach Saisonende eignen sich daher andere Ziele auf der Alb; verschlossene Höhleneingänge sind kein Ersatzprogramm. Auch die benachbarte Hintere Kohlhaldenhöhle ist kein regulärer Zusatz zum Oktoberbesuch. Ihr eigener Besuchstermin darf nicht mit den Öffnungen der Sontheimer Höhle verwechselt werden.

Eine Höhle auswählen oder beide besuchen?

Ich würde Laichingen wählen, wenn dich der räumliche Eindruck der Schächte reizt und du mit den Treppen gut zurechtkommst. Sontheim passt, wenn dir eine gemeinsame Führung mit Erklärungen wichtig ist. Beide an einem Tag sind eine eigene Planung mit Ortswechsel, Pause und ausreichend Reserve vor dem letzten Einlass. Beginne dann beim fest terminierten Angebot in Sontheim und prüfe anschließend, ob für Laichingen noch genügend Zeit und Energie bleiben. Eine einzige Höhle mit einer ruhigen Pause danach ist oft die angenehmere Familienvariante.

Bildnachweis: Tropfsteine in der Sontheimer Höhle bei Heroldstatt, Aufnahme vom Oktober 2012. Foto: Franzfoto / CC BY-SA 3.0. Bildquelle. Für die Webdarstellung skaliert, gegebenenfalls beschnitten und in ein Webformat umgewandelt.