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Peißenberg und Hohenpeißenberg: vom Stollen zum Alpenblick

Mit der Grubenbahn in den Tiefstollen und anschließend auf den Wallfahrtsberg: zwei Ausflugsstationen zwischen Bergbaugeschichte und Alpenpanorama.

Unter Tage wird der Blick eng, auf dem Hohen Peißenberg weit. Genau dieser Wechsel macht einen Ausflug ins Bergbaumuseum Peißenberg und zum benachbarten Wallfahrtsberg reizvoll. Im Museum lernst du einen Wirtschaftszweig kennen, der den Pfaffenwinkel lange prägte. Oben begegnen dir Kirchenkunst und, bei klarer Sicht, ein ausgedehntes Alpenpanorama. Beide Stationen liegen in unterschiedlichen Gemeinden und werden als getrennte Besuche geplant.

Wie die Kohle den Ort veränderte

Das Bergbaumuseum Peißenberg befindet sich im ehemaligen Zechenhaus. In 14 Räumen behandelt es die Entstehung der oberbayerischen Kohle und ihre Förderung. Modelle, Werkzeuge, Grubenlampen und persönliche Zeugnisse erzählen dabei sowohl von Technik als auch vom Beruf des Bergmanns. Mehr als ein Jahrhundert lang bestimmte der Kohlebergbau die Entwicklung des Ortes; 1971 wurde das Bergwerk geschlossen.

Die Ausstellung verfolgt den Übergang von mühsamer Handarbeit zu stärker mechanisierten Verfahren. Ein Schachtmodell erklärt räumliche Zusammenhänge, während ein tatsächlich benutztes Werkzeug etwas über einzelne Handgriffe vermittelt. Zusammengenommen helfen die Objekte zu verstehen, weshalb ein Bergwerk viel mehr brauchte als eine Stelle, an der Kohle aus dem Boden geholt wurde: Transport, Belüftung, Verständigung und Organisation gehörten zum Betrieb.

Mit der Grubenbahn in den Tiefstollen

Der Besuch findet im Rahmen einer Führung statt. Dazu gehören Museum, Exponatenhalle und die Einfahrt in den Tiefstollen. Der 1869 begonnene Stollen war bis 1923 in Betrieb. Heute führt die Grubenbahn in einen für Besucher erschlossenen Abschnitt; der historische Stollen reichte ursprünglich deutlich weiter in den Berg hinein.

Im Inneren zeigen unterschiedliche Ausbauten, wie unter Tage gearbeitet wurde. Zur Vorführung gehört eine Schausprengung. Feuchtigkeit, Kühle und teilweise enge Gänge unterscheiden diesen Teil des Besuchs deutlich von einem gewöhnlichen Museumsraum. Wenn jemand in deiner Gruppe schlecht gebückt gehen kann oder auf laute Geräusche empfindlich reagiert, kläre den passenden Besuchsumfang vorab mit dem Museum. Eine warme zusätzliche Kleidungsschicht ist auch nach einem sonnigen Vormittag sinnvoll.

In der Exponatenhalle werden die Dimensionen der Arbeit noch einmal anders sichtbar. Grubenbahnen, ein Lüfter und ein hydraulischer Schaustreb stehen für verschiedene Aufgaben im mechanisierten Bergbau. Hier lassen sich die kleinen Modelle aus dem Zechenhaus mit größeren Maschinen in Beziehung setzen. Die vollständige Führung dauert ungefähr 90 Minuten; für Ankommen und eine anschließende Pause solltest du zusätzliche Zeit lassen.

Ein Berg mit zwei Kirchen

Die zweite Station ist der Hohe Peißenberg in der Gemeinde Hohenpeißenberg. Bei klarer Sicht reicht das Panorama vom Chiemgau über die oberbayerischen Gebirgsgruppen bis zu den Allgäuer Alpen. Wolken und Dunst bestimmen, wie viel davon zu sehen ist. Der Besuch lohnt sich auch wegen des Kirchenensembles, das mehrere Jahrhunderte Wallfahrtsgeschichte vereint.

1514 wurde der Grundstein für die kleine Gnadenkapelle gelegt. Mit wachsender Wallfahrt entstand von 1616 bis 1619 eine größere Kirche daneben. Ein Turm verbindet die beiden Gotteshäuser. Diese Baugeschichte erklärt ihre ungewöhnliche Nachbarschaft: Der ältere Andachtsort blieb erhalten, während der zusätzliche Kirchenraum mehr Menschen aufnehmen konnte.

Die Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt zeigt Formen der ausgehenden Renaissance und des frühen Barocks. In der Gnadenkapelle prägt dagegen die spätere Rokokoausstattung den Raum. An deren Umgestaltung waren Künstler aus der Familie Schmuzer, Franz Xaver Schmädl und der Freskenmaler Matthäus Günther beteiligt. Weitere Hintergründe beschreibt die Gemeinde zur Wallfahrtskirche. Innenbesichtigungen richten sich nach der tatsächlichen Öffnung und den Gottesdiensten.

Im Oktober den Museumstermin zuerst festlegen

Das Bergbaumuseum öffnet regulär am ersten und dritten Sonntag im Monat. Für Oktober 2026 sind das der 4. und der 18. Oktober. Die Betreiberseite nennt Führungen um 10, 11.30, 13.30 und 15 Uhr; eine Voranmeldung ist für diese regulären Führungen nicht erforderlich. Zusätzliche Gruppenführungen ab sechs Personen können nach Vereinbarung stattfinden. Die aktuellen Besuchszeiten des Bergbaumuseums solltest du vor der Anfahrt abgleichen.

Lege den Museumsbeginn als festen Punkt fest und plane den Wechsel zum Hohen Peißenberg samt Pause separat. Dieser Vorschlag ist keine ausgeschilderte Rundwanderung zwischen beiden Stationen. Wer den Berg zu Fuß erreichen möchte, braucht dafür eine zusätzliche Routen- und Zeitplanung. Für einen Ausflug mit zwei Besichtigungen genügt es, Bergbaugeschichte und Kirchenensemble in Ruhe miteinander zu verbinden.

Bildnachweis: Das Bergbaumuseum Peißenberg im ehemaligen Zechenhaus am Tiefstollen. Foto: Stefan Karl / CC BY-SA 4.0. Bildquelle. Für die Webdarstellung skaliert, gegebenenfalls beschnitten und in ein Webformat umgewandelt.