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Pfullendorf im Herbst: vom Fachwerk an den See

Am Alten Haus Baugeschichte entdecken und anschließend am Seepark spazieren: Pfullendorf verbindet einen Stadtbesuch mit einer Pause am Wasser.

Pfullendorf lässt sich im Herbst in zwei sehr unterschiedlichen Tempi entdecken. In der Altstadt lohnt jeder Blick auf Balken, Giebel und alte Durchgänge. Am Seepark Linzgau wird aus dem Stadtbummel ein Spaziergang mit Platz und Wasserblick. Beide Bereiche liegen nah genug für einen gemeinsamen Ausflug. Plane einen halben Tag mit einer längeren Pause; für eine Führung oder einen Museumsbesuch darf es gern mehr sein.

Mit dem Marktplatz als Ausgangspunkt

Beginne deinen Rundgang am Marktplatz. Das 1524 erbaute Rathaus und die Stadtkirche St. Jakobus zeigen, welche Bedeutung dieser Bereich für das öffentliche Leben hatte. Die Kirche wurde als spätgotische Pfeilerbasilika vollendet und später barock umgestaltet. Schon außen kannst du unterschiedliche Bauformen vergleichen: repräsentative Fassaden, hohe Dächer und eng aneinanderliegende Häuser. Eine Stadt ist über viele Jahrhunderte gewachsen, und ihre Gebäude erzählen selten nur von einer einzigen Epoche.

Von hier führt der Blick weiter zum Oberen Tor. Die Doppeltoranlage mit ihrem 38 Meter hohen Beobachtungsturm gehört zu den markantesten Bauwerken Pfullendorfs. Nimm dir Zeit für beide Seiten des Tores: Der Übergang zwischen innerem Stadtbereich und ehemaliger Befestigung wird dadurch anschaulicher. Eine mögliche Turmbesteigung gehört zu besonderen Besuchsangeboten und ist kein selbstverständlicher Bestandteil eines frei geplanten Spaziergangs.

Ein Wohnhaus, das seine Baugeschichte zeigt

Am Alten Haus wird die Geschichte noch konkreter. Es entstand 1317 als kleinadliger Wohnturm und wurde Anfang des 15. Jahrhunderts zum Fachwerkhaus erweitert. Seine besondere Balkenkonstruktion macht es zu einem wichtigen Zeugnis früher Wohnarchitektur. Heute beherbergt es das Museum der Stadtgeschichte. Schau zunächst von außen auf das Verhältnis von massiven und hölzernen Teilen. Die Entwicklung des Gebäudes lässt sich besser begreifen, wenn du es als mehrfach veränderten Lebensraum betrachtest.

Für zusätzliche Einblicke hat die Stadt „Inside Pfullendorf“ eingerichtet. An ausgewählten Gebäuden führen Tafeln mit QR-Codes zu kurzen Videos, unter anderem zum Alten Haus, Obertor und historischen Rathaussaal. Das ist hilfreich, wenn ein Raum gerade nicht zugänglich ist. Du kannst die Außenansicht unmittelbar mit einem Blick ins Innere ergänzen. Kopfhörer halten den kleinen digitalen Abstecher angenehm für die Menschen um dich herum.

Freitags mit einer Führung unterwegs

Bis zum 30. Oktober 2026 bietet Pfullendorf jeden Freitag eine kostenlose Stadtführung an. Beginn ist um 13.30 Uhr an der Sitzgruppe vor der Tourist-Information am Marktplatz. Der Rundgang dauert etwa anderthalb bis zwei Stunden, eine Anmeldung ist laut Stadt nicht erforderlich. Wenn du dieses Angebot nutzen möchtest, reserviere den frühen Nachmittag dafür. Einzelheiten und weitere Formate stehen bei den öffentlichen Stadtführungen.

Vom Fachwerk an den See

Der Seepark Linzgau liegt nach Angaben der Stadt rund anderthalb Kilometer von der historischen Fachwerkstadt entfernt. Er entstand 2001 im Rahmen eines Grünprojekts und bietet großzügige Freiflächen, Spazierwege und Spielmöglichkeiten. Für einen Herbstbesuch genügt bereits die Parklandschaft. Du brauchst keinen Bade- oder Wassersporttag zu planen, um hier eine angenehme zweite Hälfte des Ausflugs zu verbringen.

Nach dem Blick auf die vielen Details der Altstadt darf die Runde nun offener werden. Suche dir einen Abschnitt am Wasser und entscheide unterwegs, wie weit du gehen möchtest. Eine Bankpause gehört genauso zum Besuch wie Bewegung. Wer mit Kindern kommt, kann die Spielbereiche als eigenes Zeitfenster einplanen. Dann bleibt der Ortswechsel überschaubar, und der Park wird nicht bloß zum schnellen Abschluss eines langen Besichtigungsprogramms.

Tageslicht und Anreise im Blick behalten

Der Seepark ist ganzjährig von 9 Uhr bis Sonnenuntergang geöffnet. Im Herbst solltest du deshalb nach der Stadtführung direkt zum Park weitergehen oder zuerst den See und danach die Altstadt besuchen. Tiere dürfen nicht mitgebracht werden. Für einzelne Freizeitanlagen und gastronomische Angebote gelten eigene Zeiten. Die Seepark-Seite bündelt die Besucherinformationen.

Regiobusse verbinden Pfullendorf mit Sigmaringen, Überlingen und Bad Saulgau; wähle die passende Haltestelle für deinen ersten Besuchsteil und prüfe die Rückfahrt vorab. Autofahrer finden am Seepark kostenpflichtige Parkplätze. Ein guter Tagesplan lässt zwischen Führung, Fußweg und Rückreise etwas Luft. So bleibt noch Zeit, auf dem Marktplatz sitzen zu bleiben oder den letzten Wasserblick auszukosten.

Bildnachweis: Außenansicht des Oberen Tors in Pfullendorf mit hohem Turm und vorgelagertem Torbogen. Foto: Edelmauswaldgeist / CC0 1.0. Bildquelle. Für die Webdarstellung skaliert, gegebenenfalls beschnitten und in ein Webformat umgewandelt.