Ein Spaziergang zur STOA169 und ein vereinbarter Besuch im Bibliotheksaal verbinden Gegenwartskunst und Klostergeschichte zu einem entspannten Tag in Polling.
Eine offene Halle mitten in der Landschaft und ein historischer Bibliotheksaal: Polling bringt zwei sehr unterschiedliche Kunsterlebnisse zusammen. Draußen bestimmen Säulen, Licht und der Blick ins Grüne den Eindruck. Im ehemaligen Kloster geht es um einen gestalteten Innenraum, der einst Bücher beherbergte und heute auch der Musik dient. Für einen entspannten Kulturtag bietet sich diese Verbindung besonders dann an, wenn du den Saalbesuch vorab vereinbarst und den Spaziergang darum herum planst.
Der Weg gehört zur STOA169 dazu
Die STOA169 liegt außerhalb des Pollinger Ortskerns nahe der Ammer. Vom Wanderparkplatz am Ende der Bahnhofstraße sind es laut Gemeinde etwa 1,3 Kilometer zu Fuß bis zur Halle. Folge der Beschilderung und rechne den Rückweg gleich mit ein. Die Lage erklärt einen Teil des Erlebnisses: Du kommst nicht von einem Ausstellungsraum in den nächsten, sondern näherst dich der Kunst durch die Landschaft. Lass deshalb schon für den Hinweg etwas mehr Zeit, als eine reine Gehstrecke verlangen würde.
Hinter dem Projekt steht der Künstler Bernd Zimmer. Die Idee entstand nach einer Indienreise 1990; 2021 wurde die Säulenhalle eröffnet. Internationale Künstlerinnen und Künstler gestalteten die 121 Säulen individuell. Unterschiedliche Formen stehen hier unter einem gemeinsamen Dach. Diese Verbindung von Eigenständigkeit und Gemeinschaft ist Teil des Konzepts, das für friedliches Zusammenleben und die Achtung der Natur steht.
Mit wenigen Säulen anfangen
Bei der ersten Runde lohnt sich ein Blick auf das Ganze: Wie verändert sich die Halle, wenn du einige Schritte zur Seite gehst? Welche Säule fällt zuerst auf, welche erst später? Danach kannst du zwei oder drei Arbeiten genauer betrachten. Die Künstlerinnen und Künstler haben die Materialien selbst gewählt; gleichzeitig mussten ihre Entwürfe die statischen Anforderungen des gemeinsamen Dachs erfüllen. Kunstwerk und tragendes Bauteil gehören hier zusammen.
Gerade ohne Vorwissen ist dieser Zugang angenehm. Du musst weder alle Namen kennen noch jede Arbeit sofort erklären können. Suche dir eine Säule aus, deren Oberfläche dich interessiert, und eine, deren Form dich überrascht. Im Gespräch zeigt sich oft, wie verschieden derselbe Raum wahrgenommen wird. Für Familien funktioniert das ebenso gut: Jedes Kind wählt eine Lieblingssäule und erklärt später, warum gerade diese im Gedächtnis geblieben ist.
Im Bibliotheksaal verändert sich der Blick
Der zweite Ort liegt im ehemaligen Kloster Polling. Der Bibliotheksaal entstand zwischen 1776 und 1779 unter Propst Franziskus Töpsl. Baumeister Matthias Bader, der Maler Johann Baader und der Stuckateur Thassilo Zopf wirkten an seiner Gestaltung mit. Statt einzelner Säulen im offenen Raum erwartet dich hier ein Zusammenspiel von Architektur, Deckenmalerei und Stuck. Schon diese unterschiedliche Aufgabe macht den Vergleich mit der STOA169 interessant.
Nach der Säkularisation verlor der Saal seine ursprüngliche Nutzung. Die Restaurierung in den Jahren 1972 bis 1975 ermöglichte einen neuen Abschnitt als Konzertsaal. Heute gehört Kammermusik zu seinem kulturellen Leben. Bei einer vereinbarten Besichtigung kannst du darauf achten, wie der Blick zur Decke gelenkt wird und wie die dekorativen Elemente den Raum zusammenhalten. Ein Konzertbesuch ist eine eigene Möglichkeit, den Saal zu erleben; Konzertkarte und Besichtigung sind jedoch unterschiedliche Angebote.
Den Tag um einen bestätigten Termin bauen
Für den Bibliotheksaal gibt es keinen frei zugänglichen täglichen Museumsbetrieb. Die Gemeinde nennt ausdrücklich eine Besichtigung nach Voranmeldung. Nutze dafür die offiziellen Kontaktangaben zum Bibliotheksaal. Steht der Termin fest, kannst du entscheiden, ob du vorher zur STOA169 gehst oder den Spaziergang anschließend unternimmst. Eine Pause im Ort zwischen beiden Besuchen lässt den Unterschied der Räume besser nachwirken als ein dicht gepacktes Programm.
Die STOA169 kann täglich von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang besucht werden. Das Dach macht sie allerdings nicht zu einem beheizten Innenmuseum; im Herbst gehören eine passende Jacke und ausreichend Tageslicht zur Planung. Öffentliche Führungen bietet die Stiftung jeweils am ersten Sonntag des Monats um 11 Uhr mit Anmeldung an. Weitere Hinweise stehen in der Besucherinformation der STOA169. Stand der Besuchsangaben: 30. September 2026.
Bildnachweis: Die Künstlersäulenhalle STOA169 liegt außerhalb des Ortskerns von Polling. Foto: JTSH26 / CC BY-SA 4.0. Bildquelle. Für die Webdarstellung skaliert, gegebenenfalls beschnitten und in ein Webformat umgewandelt.

