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Sellrain zu Fuß: Besinnungsweg und die Kirche St. Quirin

Höfe am Hang, Kirchen und Talblicke: So planst du den Sellraintaler Besinnungsweg und entscheidest zwischen der Tagesrunde und einem kürzeren Besuch bei St. Quirin.

Hoch über dem Talboden liegen Höfe, Wiesen und die kleine Kirche St. Quirin. Wer im Sellraintal nur Richtung Kühtai weiterfährt, übersieht leicht diese bewohnte Hanglandschaft. Der Sellraintaler Besinnungsweg lädt dazu ein, sie zu Fuß kennenzulernen: mit Zeit für Ausblicke, für einen Kirchenbesuch, wenn geöffnet ist, und für die Frage, wie Menschen hier ihren Alltag eingerichtet haben.

Der Name klingt nach einer gemütlichen kleinen Runde. Die vollständige Tour ist jedoch ein Tagesunternehmen. Gerade im Herbst lohnt es sich deshalb, zuerst zwischen der ganzen Wanderung und einem gezielten Besuch bei St. Quirin zu entscheiden.

Eine Tageswanderung zwischen den Dörfern

Die offizielle Rundtour beginnt an der Pfarrkirche St. Martin in Gries im Sellrain. Sie führt über Obermarendebach, die Grubachhöfe sowie Duregg und Perfall zur Wallfahrtskirche St. Quirin. Anschließend geht es über den Kreuzweg hinunter und weiter zur St. Anna Kirche in Sellrain. Der Rückweg entlang des Talbodens schließt die Runde.

Innsbruck Tourismus nennt dafür 18 Kilometer, insgesamt 940 Höhenmeter bergauf und ebenso viele bergab sowie sechs Stunden reine Gehzeit. Der höchste Punkt liegt bei 1.303 Metern. Zwar wird der Weg als leicht eingestuft, doch Streckenlänge und Höhenmeter verlangen Ausdauer. Asphalt, Forstwege und Steige wechseln sich ab; eine pauschale Empfehlung für Kinderwagen lässt sich daraus nicht ableiten.

Plane Besichtigungen, Trinkpausen und längeres Sitzen zusätzlich ein. Wer das Gehen selbst genießen möchte, sollte morgens losgehen und den Tag nicht mit weiteren Ausflugszielen füllen. Besonders angenehm ist es, vorher eine gemeinsame Erwartung abzusprechen: Soll die ganze Strecke das Ziel sein oder soll vor allem Zeit zum Schauen bleiben?

Was die Lage der Höfe erzählt

Unterwegs lohnt sich der Blick auf die Übergänge zwischen Wald, Wiese und bebautem Hang. Wo verläuft der Zugang zum nächsten Hof? Welche Wege verbinden Nachbarn, welche führen hinunter ins Dorf? Solche Fragen machen die Strecke auch ohne großes Vorwissen interessant. Du betrachtest eine Landschaft, in der Menschen arbeiten und wohnen.

Bleibe dabei auf dem ausgeschilderten Weg. Ein schöner Hof oder eine offene Einfahrt ist keine Einladung, das Grundstück zu betreten. Für eine Pause eignen sich öffentliche Rastplätze; vor Haustüren, Wirtschaftsgebäuden und auf Zufahrten sollte Platz bleiben. Auch beim Fotografieren hilft etwas Abstand, damit der Ausflug für Gäste und Bewohner angenehm bleibt.

St. Quirin: ein kleiner Bau mit langer Geschichte

Die Kirche steht auf 1.243 Metern an einer steilen Berglehne. Schon 1391 wird sie in einer Urkunde als damals längst bestehendes Gotteshaus erwähnt. Der heutige spätgotische Bau stammt aus dem 15. Jahrhundert. Damit reicht die Geschichte dieses Orts deutlich weiter zurück als sein heutiger Eindruck als Aussichtsziel vermuten lässt.

Wenn ein Innenbesuch möglich ist, verdient auch die Orgel Aufmerksamkeit: Mathias Weber und seine Söhne bauten sie 1848; 2001 wurde sie restauriert. Einen frei zugänglichen Kirchenraum solltest du allerdings nicht voraussetzen. Ein Blick auf den Bau und seine Lage ist auch ohne Besichtigung lohnend. Gottesdienste und stille Andacht haben Vorrang.

Weitere Informationen zur Kirche gibt es bei Innsbruck Tourismus.

So passt der Ausflug in einen Herbsttag

Die volle Runde eignet sich für einen trockenen Tag mit genügend Tageslicht. Prüfe vor dem Aufbruch Wetter und Wegzustand, nimm feste Schuhe, eine warme Schicht, Getränke und eine Jause mit. Nasses Laub und kalte Schattenstellen verdienen Aufmerksamkeit. Eine Einkehr ist ein schöner Zusatz, sollte die mitgebrachte Verpflegung aber nicht ersetzen.

Als Alternative zur vollständigen Runde nennt die offizielle Beschreibung ab Sellrain eine Rückfahrt nach Gries mit der Regiobuslinie 420. Prüfe die Verbindung für deinen Reisetag im aktuellen Fahrplan und plane die Wartezeit ein. Die sechs Stunden und 18 Kilometer gelten für die gesamte ausgeschriebene Runde, nicht automatisch für diese verkürzte Variante.

Wenn du nur wenig Zeit hast, konzentriere dich auf St. Quirin und kläre den passenden Zugang vor Ort, statt unterwegs eine Abkürzung zu improvisieren. Karte und vollständige Wegbeschreibung findest du bei Innsbruck Tourismus zum Besinnungsweg. So bleibt die Besinnung auch im Tagesplan spürbar.

Bildnachweis: Pfarrkirche St. Martin in Gries, Ausgangspunkt des Sellraintaler Besinnungswegs Foto: Tubantia / CC BY-SA 3.0. Bildquelle. Für die Webdarstellung skaliert, gegebenenfalls beschnitten und in ein Webformat umgewandelt.