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Würzburg bewusst besuchen: erst die Residenz, dann an den Main

Gib der Residenz Zeit für wenige bewusst betrachtete Räume und lass den Besuch auf der Alten Mainbrücke ausklingen. Ein Stadtplan nach deinem Tempo.

Würzburg lässt sich gut als Wechsel zwischen einem konzentrierten Kunstbesuch und einer entspannten Zeit am Fluss erleben. Die Residenz verlangt Aufmerksamkeit für Räume, Malerei und kleine Details. Auf der Alten Mainbrücke darf dein Blick anschließend weiter werden: über den Main zur Festung und zu den Weinbergen. Wenn du beides verbinden möchtest, gib der Residenz den verlässlichen Platz im Tagesplan. Der Spaziergang zur Brücke wird dann zum angenehmen zweiten Teil, dessen Länge du nach Wetter und Lust bestimmen kannst.

Die Residenz braucht einen frühen Platz im Plan

Die Öffnungszeiten ändern sich mit der Saison. Von April bis Oktober ist die Residenz täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet, von November bis März von 10 bis 16.30 Uhr; der Kassenschluss liegt jeweils früher. Für einen Besuch am 1. Januar, Faschingsdienstag sowie am 24., 25. oder 31. Dezember musst du ein anderes Datum wählen. Sieh vor der Anreise in die aktuellen Öffnungszeiten der Residenz. Gerade im Winter ist ein später Beginn ungünstig, wenn du anschließend noch ohne Hast durch die Räume gehen möchtest.

Als Einzelbesucher kannst du die Räume auch ohne Führung besichtigen. Wenn du zunächst Orientierung möchtest, ist eine regelmäßige Schlossführung eine gute Wahl: Die Eintrittskarte berechtigt zur Teilnahme, die Führung dauert bis zu 45 Minuten. Plane zusätzliche Zeit ein, wenn du anschließend einzelne Räume ausführlicher betrachten willst. Die Erklärung unterwegs kann einen Anfang setzen, sie muss deinen Besuch nicht abschließen. Wer gern im eigenen Rhythmus schaut, kann dagegen selbstständig gehen und sich auf wenige Räume konzentrieren. Entscheide diese Frage am besten vorab, damit du vor Ort nicht zwischen zwei Tempi schwankst.

Wenige Räume genauer sehen

Der offizielle Rundgang beginnt im Erdgeschoss mit Vestibül und Gartensaal und führt über das Treppenhaus ins Obergeschoss. Insgesamt sind 40 Stilräume zu besichtigen. Diese Zahl sollte dich nicht dazu verleiten, überall gleich lange bleiben zu wollen. Nimm zuerst die Raumfolge wahr: Wie verändert sich die Wirkung beim Hinaufgehen, und wie unterschiedlich sprechen Weißer Saal und Kaisersaal zu dir? Balthasar Neumanns Architektur und die Ausstattung der beteiligten Künstler gehören zusammen. Du musst keine Namen auswendig kennen, um die Übergänge zwischen Bewegung, Licht und Dekoration bewusst zu erleben.

Für einen kurzen Kunstbesuch würde ich einen Raum auswählen, der dich besonders anspricht, und dort genauer schauen. Suche zunächst ein großes Motiv, dann ein kleineres Detail. Was wirkt aus der Entfernung anders als aus der Nähe? Wenn du mit jemandem unterwegs bist, vergleicht anschließend eure Eindrücke. Das schafft ein Gespräch, auch ohne kunsthistorische Vorkenntnisse. Wer dagegen Raumkunst zum Hauptthema des Tages machen möchte, lässt den späteren Stadtbummel kürzer ausfallen. Die Residenz darf den größten Teil deiner Aufmerksamkeit bekommen; die Brücke benötigt kein umfangreiches Zusatzprogramm.

Der Hofgarten bietet sich als Übergang ins Freie an. Er ist täglich bis zum Einbruch der Dunkelheit geöffnet, längstens bis 20 Uhr. Die Hofkirche hat einen separaten Zugang und kann während der regulären Residenzöffnung besichtigt werden; während Gottesdiensten und Trauungen ist eine Besichtigung jedoch ausgeschlossen. Mach daraus einen möglichen Zusatz, der von der tatsächlichen Zugänglichkeit abhängt. Wenn du nach den Innenräumen eine Pause brauchst, ist ein ruhiger Gang im Garten sinnvoller als eine weitere Besichtigung aus Pflichtgefühl.

Die Alte Mainbrücke als Abschluss am Wasser

Von der Residenz führt dich der Weg über Hofstraße und Domstraße Richtung Main. An der Alten Mainbrücke wechselt der Charakter des Besuchs: Statt einer festgelegten Raumfolge bestimmen nun Blickrichtungen und Begegnungen das Tempo. Die barocken Heiligenfiguren prägen die Brücke seit dem 18. Jahrhundert. Bleib bei einer Figur stehen und schaue dann auf die andere Flussseite. Festung Marienberg, Käppele und Weinberge geben dem Stadtbild seine besondere Lage. Dafür lohnt es sich, das Handy kurz wegzustecken und erst einmal zu beobachten, bevor du dein Foto machst.

Der Brückenschoppen gehört zur bekannten Atmosphäre dieses Ortes. Ob du ihn probieren möchtest, entscheidest du selbst; ein Spaziergang und der Blick über das Wasser tragen den Abschluss genauso gut. Geh ein Stück über die Brücke, damit du beide Ufer wahrnimmst, und halte für eine längere Pause dort, wo du den Durchgang frei lässt. Bei Regen oder kräftigem Wind kannst du diesen Teil verkürzen. Dann bleiben die Residenz und ein kurzer Eindruck vom Main ein stimmiger Besuch. Bei gutem Wetter lässt du die Zeit am Wasser wachsen, ohne noch ein weiteres großes Ziel hinzufügen zu müssen.

Bildnachweis: Würzburger Residenz vom Residenzplatz gesehen. Foto: Dr.Xos / CC0 1.0 – Public Domain Dedication. Original und Bildquelle. Für die Webdarstellung gegebenenfalls skaliert, beschnitten und in ein Webformat umgewandelt.