Mondgestein im Museum, Suevit in der Altstadt und ein Lehrpfad durchs Steinheimer Becken: Zwei Ausflugstage zwischen Ausstellung und Landschaft.
Ein Meteoritenkrater muss nicht wie eine kahle Schüssel aussehen. Im Nördlinger Ries liegen heute Orte, Felder und Straßen; im Steinheimer Becken erzählen Hügel, Gesteine und Fossilien von einer ebenso ungewöhnlichen Landschaftsgeschichte. Beide Regionen machen Erdgeschichte anschaulich, ohne dass du dafür Geologie studiert haben musst. Am meisten hast du davon, wenn du zwei getrennte Ausflugstage planst: einen in Nördlingen und einen in Steinheim am Albuch mit seinem Ortsteil Sontheim im Stubental.
Nördlingen: vom Weltraum in die Altstadt
Starte im RiesKraterMuseum. Die Dauerausstellung erklärt, wie Einschlagkrater entstehen, welche Spuren ein kosmischer Zusammenstoß im Gestein hinterlässt und wie sich danach wieder Lebensräume entwickeln. Das Ries-Ereignis liegt rund 15 Millionen Jahre zurück. Meteoriten, veränderte Gesteine und Fossilien geben der gewaltigen Zeitspanne etwas Greifbares. Filme und interaktive Medien helfen dabei, Größenordnungen zu verstehen, die sich beim Blick aus dem Fenster kaum abschätzen lassen.
Ein besonderer Blickfang ist echtes Mondgestein von der Apollo-16-Mission. Es verbindet die Landschaft vor der Museumstür mit der Erforschung anderer Himmelskörper. Mit Kindern lohnt sich eine kleine Auswahl: erst ein Meteorit, dann ein beim Einschlag verändertes Gestein, schließlich ein Fossil. Gemeinsam könnt ihr überlegen, welches Stück von der Ursache, welches vom Ereignis und welches vom späteren Leben erzählt. So bleibt der Besuch überschaubar und bekommt trotzdem einen Zusammenhang.
Nach dem Museum bietet sich ein Spaziergang durch Nördlingens Altstadt an. Dabei begegnet dir die Geologie erneut: Suevit, ein beim Einschlag entstandenes Gestein, wurde für historische Gebäude verwendet, darunter die Kirche St. Georg. Der Baustoff macht deutlich, dass die Geschichte des Kraters auch die Geschichte der Stadt beeinflusst hat. Schau dir unterschiedliche Steinoberflächen an, ohne jedes Gebäude bestimmen zu müssen; schon die Frage nach ihrer Herkunft verändert den Blick auf die Fassaden.
Das RiesKraterMuseum nennt aktuell Dienstag bis Sonntag von 10 bis 16.30 Uhr als reguläre Öffnungszeit. Für Feiertage gelten zusätzliche Regelungen. Führungen sind gesondert auf Anfrage buchbar. Vor deiner Anreise helfen die Besucherinformationen des Museums.
Steinheim: vom Museum direkt in die Landschaft
Der zweite Ausflug beginnt im Meteorkrater-Museum in Sontheim im Stubental. Hier stehen das Steinheimer Becken und der See im Mittelpunkt, der nach dem Einschlag entstand. Ein Ausstellungsraum beschäftigt sich mit der Geologie; ein weiterer zeigt Fossilien aus der späteren Lebenswelt. Besonders interessant sind die Schneckenfunde. Daneben wird deutlich, dass sich in den Ablagerungen auch Spuren wesentlich größerer Tiere erhalten haben. Aus einem einzelnen Ereignis wird eine lange Geschichte wechselnder Lebensräume.
Anschließend kannst du das Gelernte draußen einordnen. Die Gemeinde beschreibt einen sechs Kilometer langen Geologischen Lehrpfad ab dem Museum. Er führt über Burgstall, Knill, Klosterberg und Steinhirt zurück nach Sontheim. Wer weniger Zeit hat oder mit jüngeren Kindern unterwegs ist, wählt die offiziell beschriebene kurze Variante: ungefähr zwei Kilometer vom Museum zum Burgstall und wieder zurück. Damit lässt sich der Museumsbesuch gut ergänzen, ohne gleich eine lange Wanderung anzuhängen.
Die Tafeln entlang des Lehrpfades erklären die Besonderheiten am jeweiligen Ort. Am Burgstall richtet sich der Blick über das Becken; auf der längeren Runde kommen weitere geologische Stationen hinzu. Feste Schuhe sind sinnvoll, denn der Weg führt teilweise über unebenen Untergrund. Eine Karte und die beiden Streckenvarianten findest du auf der Gemeindeseite zum Geologischen Lehrpfad.
So passt der Ausflug in den Herbst
Das Steinheimer Museum öffnet von März bis November donnerstags und freitags von 13 bis 17 Uhr, samstags, sonntags und feiertags von 10 bis 18 Uhr. Von Dezember bis Februar bleibt es regulär geschlossen. Für einen Herbstsamstag kannst du deshalb mit dem Museum beginnen und die Weglänge danach an Wetter und Kondition anpassen. Die große, 20 Kilometer lange Kraterrunde ist ein eigenständiges Wanderprogramm und für diesen Besuch nicht nötig.
Nördlingen bietet sich für einen Tag mit Museum, Altstadt und Einkehr an. In Steinheim steht der Wechsel zwischen Ausstellung und Landschaft stärker im Vordergrund. Mit diesen unterschiedlichen Schwerpunkten ergänzen sich die beiden Ausflüge gut. Nimm dir jeweils ein Landschaftsdetail vor, das du nach dem Museumsbesuch draußen wiedererkennen möchtest.
Bildnachweis: Wäldlesfelsen am Steinhirt im Steinheimer Becken, Aufnahme vom 10. Mai 2017. Foto: R.kaelcke / CC BY-SA 4.0. Bildquelle. Für die Webdarstellung skaliert, gegebenenfalls beschnitten und in ein Webformat umgewandelt.
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