Obergünzburg im Allgäu: Nagelfluhfelsen in der Teufelsküche, Südsee-Sammlung und Historisches Museum. Mit Tagesplan, Wegtipps und Ideen bei Regen.
Obergünzburg: ein Ausflug zwischen Felslandschaft und Museum
Obergünzburg verbindet zwei ungewöhnliche Schwerpunkte: die großen Felsblöcke der Teufelsküche und die Südsee-Sammlung im Museumsensemble am Unteren Markt. Dazu kommt das Historische Museum mit dem Blick auf den Ort. Für einen Ausflug kannst Du Natur und Kultur kombinieren oder je nach Wetter einen Schwerpunkt wählen.
Die Teufelsküche liegt außerhalb des Ortskerns. Plane den Weg zum Naturziel zusätzlich zum Museumsbesuch ein. Wer beide Teile verbinden möchte, legt zuerst die Museumsöffnung fest und entscheidet dann, ob der Waldabschnitt davor oder danach besser passt.
| Interesse | Passendes Ziel | Worauf Du achten solltest |
|---|---|---|
| Geologie und Wald | Teufelsküche | Naturwege und große Felsblöcke |
| Kulturgeschichte | Südsee-Sammlung | Sammlung im historischen Kontext betrachten |
| Geschichte des Orts | Historisches Museum | Mit der Südsee-Sammlung kombinierbar |
| Wechselhaftes Wetter | Museum als fester Zeitblock | Öffnung nur an ausgewählten Wochentagen |
1. Teufelsküche: große Nagelfluhblöcke im Günztal
In der Teufelsküche liegen mächtige Nagelfluhblöcke zwischen Bäumen und an Hängen. Wenn Du die Gesteinsoberfläche genau anschaust, erkennst Du gerundete Steine, die durch feineres Material miteinander verbunden sind. Die Landschaft wirkt stellenweise wie ein natürliches Felslabyrinth, ist aber kein angelegter Kletterpark.
Das Bayerische Landesamt für Umwelt erklärt die Entstehung des Geotops: Kiesablagerungen aus dem Eiszeitalter verfestigten sich zu Nagelfluh. Durch die Entwicklung der Talhänge konnten sich größere Gesteinspartien lösen und verlagern. Die Felslandschaft ist damit weder eine Vulkanformation noch eine Tropfsteinhöhle.
Für den Besuch bleibst Du auf den vorgesehenen Wegen. Zwischen den Blöcken und am Hang können Untergrund und Höhenunterschiede anspruchsvoller sein, als es ein einzelnes Foto vermuten lässt. Feste Schuhe sind sinnvoll; nach Regen oder bei Frost können Wurzeln und Steine glatt sein.
2. Den Zugang zur Teufelsküche bewusst wählen
Das Landesamt beschreibt den Zugang über einen ausgeschilderten Waldweg an der Verbindung zwischen Obergünzburg und Ronsberg. Nutze die aktuelle örtliche Wegweisung und ausgewiesene Parkmöglichkeiten. Aus dem Hinweis auf einen kurzen Zugang ergibt sich weder ein Parkplatz direkt am Felsen noch eine durchgehend befestigte Strecke.
Mit Kindern ist der Vergleich verschiedener Gesteinsflächen spannend: Welche Steine sind besonders rund, welche Farben erkennst Du? Beobachte von einem sicheren Standort aus. Die großen Blöcke verleiten zum Hinaufsteigen, gehören hier aber zum geschützten Naturziel.
Bei starkem Wind, Gewitter oder ungünstigen Wegbedingungen verschiebst Du den Waldteil. Wer mit Kinderwagen oder Rollstuhl unterwegs ist, sollte die konkrete Zugangssituation vorab klären. Für einen kurzen Ortsbesuch ohne geeignete Ausrüstung ist das Museum die leichter planbare Wahl.
3. Südsee-Sammlung: Objekte und ihre Geschichte betrachten
Die Südsee-Sammlung geht auf den aus Obergünzburg stammenden Karl Nauer zurück. Sie enthält Gegenstände aus dem pazifischen Raum, die während der deutschen Kolonialzeit gesammelt wurden. Zum Besuch gehört deshalb neben dem Blick auf Materialien und Formen auch die Frage, wie und unter welchen historischen Bedingungen eine solche Sammlung entstand.
Die Museumsseite stellt die Sammlung und das Haus vor. Bei der Betrachtung kannst Du verschiedene Objektgruppen vergleichen und auf die Erläuterungen zu Herkunft und Verwendung achten. Nicht jede offene Frage zu einem Sammlungsstück lässt sich allein aus seinem Aussehen beantworten.
Mit Kindern helfen wenige konkrete Beobachtungsaufgaben: Aus welchem Material besteht ein Gegenstand, und was verrät die Beschriftung über seine Verwendung? Plane genügend Zeit für Nachfragen. Eine Führung kann zusätzliche Einordnung bieten, wenn ein passender Termin verfügbar ist.
4. Historisches Museum: Obergünzburg näher kennenlernen
Das Historische Museum ergänzt die Südsee-Sammlung um die Ortsgeschichte. Das Ensemble verbindet ein historisches Gebäude mit einem neueren Ausstellungsteil und liegt am Unteren Markt. Ein anschließender kleiner Bummel hilft dabei, den Museumsbesuch mit dem heutigen Ort zusammenzubringen.
Laut Besuchsinformation sind die Museen regulär donnerstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Es gibt ein Kombiticket für beide Häuser. Öffnung, Führungen und Sondertermine solltest Du vor der Anreise erneut prüfen. Stand dieser Besuchsinformation: 12. September 2026.
Für einen Regentag ist das Museumsensemble eine passende Idee innerhalb dieser Zeiten. An einem beliebigen Vormittag lässt sich daraus jedoch kein gesichertes Innenprogramm ableiten. Plane den Ausflug entsprechend oder prüfe rechtzeitig, ob ein gesonderter Besuch möglich ist.
So kombinierst Du Natur, Kultur und eine Pause
An einem regulären Museumstag: Besuche bei geeigneten Bedingungen zunächst die Teufelsküche. Nach einer Pause wechselst Du am Nachmittag ins Museumsensemble. Halte den Naturteil so kurz, dass der Ortswechsel ohne Eile gelingt.
Bei wenig Zeit: Wähle eines der beiden Hauptziele. Für das Museum lohnt eine konzentrierte Auswahl von Themen; für die Teufelsküche braucht es passende Schuhe und Zeit zum Schauen. Ein bloßer Fotostopp wird beiden nur begrenzt gerecht.
Wenn Du länger in der Gegend bleiben möchtest, findest Du mit Jules Ferienhaus im Allgäu einen eigenen Unterkunftseintrag im Ortsteil Willofs. Lage, Ausstattung und Verfügbarkeit prüfst Du direkt im Eintrag. Für weitere Kulturtage passen Ottobeuren und Kaufbeuren. Weitere Naturideen bündelt unser Natur-Guide für das Allgäu.
Bildnachweise: Teufelsküche Obergünzburg: Foto: Richard Mayer / CC BY 3.0. Bildquelle. Für die Webdarstellung gegebenenfalls verkleinert und in WebP umgewandelt.
Museen Obergünzburg: Foto: Andreas Praefcke / CC BY 3.0. Bildquelle. Für die Webdarstellung gegebenenfalls verkleinert und in WebP umgewandelt.
Häufig gestellte Fragen
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- © Andreas PraefckeCC BY 3.0



