Nebelhorn, Fellhorn, Söllereck, Hörnerbahn, Alpspitzbahn, Kanzelwand, Ifen, Heuberg und Walmendingerhorn: Welche Bahn wohin fährt, was oben wartet und wann sie in Betrieb ist.
Das Allgäu und das benachbarte Kleinwalsertal haben eines der dichtesten Bergbahn-Netze der deutschen Alpen. Für Gäste ist das vor allem eine Auswahlfrage: Fast jede Bahn erschließt ein anderes Gebiet mit anderem Charakter – Panorama, Familienprogramm, Skigebiet oder Blumenwiesen. Wer einfach „die Bergbahn" nimmt, landet leicht am falschen Berg.
Hier stehen alle neun wichtigen Bahnen nebeneinander: was sie erschließen, was oben wartet und wann sie fahren.
Oberstdorf: die drei Hausberge
Nebelhornbahn – der höchste Punkt
Mit 2.224 Metern ist das Nebelhorn der höchste per Bahn erreichbare Punkt im Allgäu, und der Blick von der Gipfelstation entsprechend: bei guter Sicht über 400 Gipfel. Im Winter gehört die Bahn zur Skiregion Oberstdorf/Kleinwalsertal, wo mit 7,5 Kilometern Deutschlands längste Talabfahrt liegt. Wer oben wandert, plant den Abstieg großzügig gegen die letzte Talfahrt – die Zeiten stehen auf der Karte.
Fellhornbahn – zwei Länder und die Blumenwiesen
Am Fellhorn verläuft die Grenze zwischen Deutschland und Österreich direkt über den Berg, was fast jede Tour dort automatisch grenzüberschreitend macht. Im Winter ist die Bahn Einstieg ins Skigebiet Fellhorn/Kanzelwand mit 36 Pistenkilometern und dem Crystal Peak Park. Im Frühsommer ist das Fellhorn vor allem für seine Bergblumenwiesen bekannt – der Zeitpunkt dafür ist kurz und lohnt die Planung.
Söllereckbahn – die Familienbahn
Die Söllereckbahn startet in Kornau und fährt bis auf rund 1.400 Meter. Oben ist bewusst alles gebündelt, was mit Kindern funktioniert: der Allgäu-Coaster als Ganzjahres-Rodelbahn, ein Kletterwald mit sieben Parcours und ein Abenteuerspielplatz am Berghaus Schönblick. Im Winter sind es 14 Pistenkilometer – überschaubar, aber genau richtig für Skianfänger.
Weitere Bahnen im Allgäu
Hörnerbahn, Bolsterlang – die Blumenberge
Die Hörnerbahn verbindet Bolsterlang mit der Hörnergruppe und ist im Sommer Ausgangspunkt für Bergwanderungen in den sogenannten Blumenbergen. Zwei Angebote fallen aus dem Rahmen: Gleitschirmstartmöglichkeiten am Berg und ein Bogenparcours für Sportschützen mit eigenem Bogen. Im Winter geht es ins Skigebiet Bolsterlang/Hörnerbahn.
Alpspitzbahn, Nesselwang – das Ganzjahresprogramm
Die Alpspitzbahn ist technisch eine Besonderheit: zwei Kombibahnen mit 8er-Gondeln und 4er-Sesseln am selben Seil, hinauf bis auf rund 1.575 Meter. Im Sommer liegen an der Bergstation der AlpspitzCOASTER, der AlpspitzKICK und der AlpspitzSPLASH. Im Winter kommen familienfreundliche Pisten, ein Ski-Kinderland der Skischule und ein Snowpark dazu – plus Nachtskifahren an ausgewiesenen Abenden. Mehr dazu in unserem Beitrag zur Alpspitzbahn.
Kleinwalsertal: Vier Bahnen
Kanzelwandbahn, Riezlern
Das Gegenstück zur Fellhornbahn auf österreichischer Seite – dasselbe Skigebiet, andere Talstation. Im Winter sind es dieselben 36 Pistenkilometer plus der Crystal Ground Snowpark. Im Sommer starten an der Bergstation die Grenzwanderungen, für Familien die Route Burmiwasser mit Spiel- und Wasserstationen Richtung Riezler Alpsee, für Geübte der Zwei-Länder-Klettersteig.
Ifenbahn, Hirschegg
Zwei 10er-Kabinenbahnen – Ifen I und Ifen II – erschließen im Winter rund 25 Pistenkilometer. Im Sommer ist die Bahn vor allem der Zugang zum Gottesackerplateau, einer Karstlandschaft, die im Allgäu kein zweites Mal vorkommt. Einkehr im Gebiet: das Restaurant Tafel & Zunder. Im Spätwinter fährt die Olympiabahn an ausgewählten Terminen im Early-Bird-Betrieb früher als sonst.
Heubergbahn, Hirschegg
Die kleinste der vier und bewusst so gehalten: Im Winter liegt der Schwerpunkt auf einfachen, familienfreundlichen Abfahrten und einem entspannten Skitag ohne Gedränge. Im Sommer ist die Bahn Startpunkt für Wanderungen und Bike-Touren – der Fahrradtransport gehört zum Angebot, was sie unter den Bahnen der Region zur naheliegenden Wahl für Mountainbiker macht.
Walmendingerhornbahn, Mittelberg
Die Bahn führt auf knapp 2.000 Meter zur Geo-Aussichtsplattform, die über einen gläsernen Panoramaaufzug erreichbar ist – der spektakulärste Aussichtspunkt im Kleinwalsertal. Im Winter gehören rund 15 Pistenkilometer dazu.
Achtung bei der Planung: Die Walmendingerhornbahn ist wegen Bauarbeiten zeitweise außer Betrieb. Vor der Anfahrt lohnt der Blick auf die Karte.
Gut zu wissen
Letzte Talfahrt einplanen. Wer oben wandert, rechnet den Rückweg gegen die letzte Talfahrt – sonst wird aus der Bergtour ein langer Abstieg.
Saisonpausen einplanen. Zwischen Sommer- und Winterbetrieb stehen die meisten Bahnen still – im Frühjahr und im Spätherbst lohnt der Blick auf die Karte, bevor man losfährt.
Fellhorn und Kanzelwand sind derselbe Berg. Nur die Talstation liegt einmal in Deutschland und einmal in Österreich. Wer von beiden Seiten plant, spart sich das doppelte Ticket.
Familienprogramm konzentriert sich. Söllereck und Alpspitzbahn bündeln Coaster, Kletterwald und Spielbereiche an der Bergstation – dort lohnt sich der ganze Tag.
Walmendingerhorn ist zeitweise gesperrt. Als Panorama-Ersatz bieten sich Nebelhorn oder Ifen an.
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Passend dazu: unsere Gipfeltouren im Allgäu, die schönsten Aussichtspunkte und für den Winter die Skigebiete im Kleinwalsertal.










