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Rokoko im Dorf: Kirchenkunst in Götzens und Axams entdecken

Drei Kirchenräume, drei unterschiedliche Eindrücke: Götzens, die Pfarrkirche Axams und die Lindenkapelle öffnen den Blick auf Kunst und Dorfgeschichte.

Für einen Kunstausflug westlich von Innsbruck muss es nicht immer ein Museum sein. In Götzens und Axams liegen Kirchenräume, an denen du Licht, Malerei und Architektur unmittelbar vergleichen kannst. Sie gehören zum heutigen Dorfleben und erzählen zugleich von früheren Bauherren und Künstlern. Besonders reizvoll ist der Wechsel zwischen der großen Götzner Pfarrkirche, der älteren Baugeschichte von Axams und der kleinen Lindenkapelle.

Götzens: ein Raum, der den Blick lenkt

Die Pfarr- und Wallfahrtskirche zu Petrus und Paulus wurde von 1772 bis 1775 nach Plänen des heimischen Baumeisters Franz Singer errichtet. Schon vor dem Eintreten lohnt es sich, die Fassade als Ganzes anzusehen. Im Inneren nimmst du zunächst am besten einige Augenblicke Platz. So fällt leichter auf, wie die Raumabschnitte aufeinander folgen und den Blick Richtung Hochaltar führen.

Die aufeinander abgestimmten Kuppelräume, die hellen Farben und die Stuckdekoration schaffen eine bewusst gestaltete Wirkung. Die Deckenbilder von Matthäus Günther erzählen vom Leben und Wirken der Kirchenpatrone Petrus und Paulus. Du musst nicht jede Szene sofort entschlüsseln: Beginne damit, die großen Bilder an der Decke von den kleineren Bildfeldern zu unterscheiden. Anschließend kannst du verfolgen, welche Figuren wiederkehren und wie Bilder und Architektur zusammenarbeiten.

Auch die Gegenwart gehört dazu. Im Volksaltar befindet sich die Urne des seligen Pfarrers Otto Neururer; Götzens ist ein lebendiger Wallfahrtsort. Ein ausführlicher Kirchenführer des Seelsorgeraums hilft beim Vertiefen einzelner Motive.

Axams: ein Bau mit mehreren Zeitschichten

In Axams steht die Pfarrkirche Johannes des Täufers erhöht über dem alten Ortskern. Der heutige barocke Neubau entstand von 1732 bis 1734. Sein Turm stammt jedoch vom Vorgängerbau und wurde bereits 1511 vollendet. Außen und innen begegnen dir also nicht einfach die Ergebnisse einer einzigen Baukampagne. Gerade diese unterschiedlichen Zeiten machen den Vergleich mit Götzens interessant.

Im Kirchenraum gehören reiche Stuckarbeiten von Anton Gigl und mehrere Altäre zur Ausstattung. Die Deckenmalereien von Josef Arnold entstanden erst 1841. Wenn du nach dem Eindruck der Götzner Kirche hier eintrittst, achte besonders auf das Verhältnis von Wand, Decke und Altar. Was wirkt zusammenhängend, was könnte aus einer anderen Phase stammen? Eine Kirche lässt sich so wie ein über Jahrhunderte weitergeschriebenes Gebäude betrachten, ohne jeden Umbau kennen zu müssen.

Die Lindenkapelle: kleine Form, eigene Geschichte

Die achteckige Lindenkapelle in Axams setzt einen bewussten Gegenpunkt zu den beiden größeren Kirchen. Sie wurde 1635 errichtet. Nach der örtlichen Überlieferung dankten die Bewohner damit dafür, von der Pest verschont geblieben zu sein. Der Kirchenpatron ist der heilige Sebastian. Diese Entstehungsgeschichte erklärt, weshalb eine kleine Kapelle für die Gemeinschaft eine große Bedeutung haben konnte.

Auch hier fällt Bauzeit nicht mit vollständiger Ausstattung zusammen: Der Stuck stammt aus dem Jahr 1730, Malereien der Brüder Joseph Anton und Franz Xaver Kirchebner aus dem späten 18. Jahrhundert. Falls der Innenraum zugänglich ist, lohnt ein langsamer Vergleich mit den zuvor besuchten Kirchen. Welche Wirkung hat die kompaktere, achteckige Form? Wie nah sind die Bilder am Betrachter? Mehr zur Orts- und Kapellengeschichte bietet der Seelsorgeraum in seiner Geschichte von Axams.

Den Besuch mit genügend Spielraum planen

Setze dir für diesen Ausflug lieber zwei sichere Stationen und eine mögliche Ergänzung als drei Pflichttermine. Für die Innenräume ist keine gemeinsame durchgehende Besichtigungszeit bestätigt. Kläre deshalb vorab beim Seelsorgeraum, wann ein ruhiger Besuch möglich ist und wie der Zugang zur Lindenkapelle organisiert wird. Gottesdienste, Trauungen und Trauerfeiern gehen vor.

  • Plane zwischen Götzens und Axams einen eigenen Transfer und prüfe bei Busanreise die Verbindungen für deinen konkreten Tag.
  • Fotografiere nur dort, wo es erlaubt ist, und verzichte während religiöser Feiern darauf. Für Details an der Decke brauchst du weder Blitz noch das Betreten abgesperrter Bereiche.
  • Nutze einen verschlossenen Innenraum für einen Blick auf Baukörper, Turm und Lage im Dorf; die übrigen Stationen bleiben eigenständig interessant.

Als roter Faden genügt eine einfache Frage: Wie verändert ein Raum das, was du siehst? Mit diesem Blick werden aus drei Kirchenbesuchen drei sehr unterschiedliche Begegnungen mit der Kunst des westlichen Mittelgebirges.

Bildnachweis: Fassade und Turm der Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Peter und Paul in Götzens Foto: Simon Legner ( User:simon04 ) / CC BY-SA 4.0. Bildquelle. Für die Webdarstellung skaliert, gegebenenfalls beschnitten und in ein Webformat umgewandelt.