Münster, Fischerviertel, Donau und Neu-Ulm: Stelle Dir einen Stadttag mit passenden Sehenswürdigkeiten, grünen Pausen und praktischen Tipps zusammen.
Ulm und Neu-Ulm lassen sich wunderbar zu Fuß entdecken: erst das Münster und die Gassen an der Blau, dann die Donau und ein Blick zurück vom bayerischen Ufer. Die beiden Städte gehören zu unterschiedlichen Bundesländern, bilden für Deinen Ausflug aber ein zusammenhängendes Ziel. Ulm liegt in Baden-Württemberg, Neu-Ulm in Bayern. Die Herdbrücke verbindet ihre Zentren.
Dieser Guide hilft Dir, die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu einer passenden Runde zusammenzustellen. Dazu kommen grüne Pausenorte, Ideen bei Regen und Abstecher für einen zweiten Tag. Die verlinkten Ortskarten zeigen Dir Bilder und Lage der einzelnen Stationen.
Ulm und Neu-Ulm auf einen Blick: Welche Runde passt?
| Dein Zeitrahmen | Unser Vorschlag | Schwerpunkt |
|---|---|---|
| Ein halber Tag | Münsterplatz, Münster, Rathaus, Fischerviertel | Die Altstadt kennenlernen |
| Ein ganzer Tag | Altstadt plus Donau, Herdbrücke und Neu-Ulm | Zwei Städte und eine Uferpause |
| Ein Wochenende | Stadtrunde plus Friedrichsau oder Wilhelmsburg | Mehr Grün oder Festungsgeschichte |
Die Aufteilung ist eine Planungsempfehlung. Mit Turmaufstieg, längeren Besichtigungen oder Kindern solltest Du mehr Zeit einplanen. Für die kompakte Altstadtrunde brauchst Du kein Auto; Ulm Hauptbahnhof eignet sich als Ausgangspunkt.
Münsterplatz und Ulmer Münster: der Auftakt
Beginne am Münsterplatz. Hier steht das gotische Münster neben dem hellen, modernen Stadthaus von Richard Meier. Schon dieser Gegensatz macht den Platz interessant. Schau Dir zunächst das Gebäude von außen an, bevor Du ins Münster gehst: Im Inneren lohnt sich besonders der Blick auf das Chorgestühl und die Höhe des Raums. Gottesdienste und Veranstaltungen haben Vorrang vor touristischen Besichtigungen.
Wer hinaufsteigen möchte, sollte den Turmbesuch bewusst einplanen. Stand September 2026 ist Ebene 3 gesperrt; Ebene 2 liegt auf 102 Metern und wird über 560 Stufen erreicht. Die erste Aussichtsebene ist derzeit nur eingeschränkt nutzbar. Auch das Wetter kann den Zugang beeinflussen. Prüfe deshalb vor Deinem Besuch die aktuellen Hinweise zum Turmaufstieg. Die Treppen sind eine eigene Unternehmung innerhalb des Stadttags.
Rathaus und Fischerviertel: bemalte Fassaden, Fachwerk und Wasser
Vom Münster geht es zum Ulmer Rathaus. Seine Fassadenmalereien und die astronomische Uhr verdienen eine Pause, auch wenn Du nur von außen schaust. Anschließend führt die Runde ins Fischerviertel. Hier bestimmen schmale Gassen, kleine Brücken und die Arme der Blau das Bild.
Im früheren Fischer- und Gerberviertel macht langsames Gehen den Unterschied: Mal spiegelt sich ein Fachwerkhaus im Wasser, mal öffnet sich zwischen den Häusern ein neuer Blick. Ein bekanntes Motiv ist das Schiefe Haus. Es wird als Hotel genutzt; die Besichtigung von außen lässt sich unkompliziert in den Spaziergang einbauen. Behandle Eingänge und Fenster deshalb wie die eines bewohnten Hauses.
Fototipp: Plane im Fischerviertel Zeit für die kleinen Brücken ein. Für ein gutes Motiv brauchst Du keinen Zugang zu privaten Höfen – die öffentlichen Wege bieten bereits viele Perspektiven.
An der Donau: Stadtmauer, Metzgerturm und Berblinger-Turm
Am südlichen Rand der Altstadt erreichst Du die Stadtmauer und den Metzgerturm. Die Mauerpromenade bringt eine andere Perspektive in den Rundgang: statt enger Gassen nun Fluss, Ufer und Weite. Der leicht schiefe Metzgerturm ist dabei ein markanter Orientierungspunkt. Einen frei zugänglichen Aufstieg solltest Du hier nicht voraussetzen.
Wenn Du noch Lust auf einen kleinen Abstecher entlang der Donau hast, liegt weiter östlich der Berblinger-Turm an der Adlerbastei. Seine geneigte Konstruktion erinnert an den Flugpionier Albrecht Ludwig Berblinger. Der Aussichtsturm ergänzt die historischen Bauten um ein modernes Motiv und wird über Treppen erschlossen. Weitere Hintergründe bietet die offizielle Beschreibung des Berblinger-Turms.
Über die Herdbrücke nach Neu-Ulm
Überquere die Donau auf der Herdbrücke und nimm Dir auf der Neu-Ulmer Seite einen Moment für den Blick zurück: Von hier siehst Du Ulm mit dem Münster über den Dächern. Das ist eine gute Stelle für eine Pause, bevor Du Dich Neu-Ulm zuwendest.
Der Petrusplatz mit der Petruskirche ist ein passender nächster Anlaufpunkt. Die Backsteinarchitektur der Kirche setzt einen eigenen Akzent. Wer Kirchenbauten interessant findet, kann zusätzlich St. Johann Baptist am Johannesplatz besuchen. Die expressionistische Gestaltung unterscheidet sich deutlich vom gotischen Münster. Für beide Kirchen gilt: Ein Innenbesuch richtet sich nach Öffnung und kirchlicher Nutzung.
Mit Kindern und für die Pause: Glacis-Park oder Friedrichsau
Der Glacis-Park in Neu-Ulm verbindet Grünflächen und Spielmöglichkeiten mit Spuren der früheren Festungsanlagen. Er passt gut als Abschluss der Runde auf der bayerischen Seite. Zwischen Besichtigungen entsteht hier Raum zum Spielen und Ausruhen.
Die Friedrichsau liegt östlich der Ulmer Innenstadt. Auseen, große Bäume, Spazierwege und Spielplätze machen sie zu einem eigenen Ausflugsbaustein. Wenn Du mit Kindern unterwegs bist, kann ein Nachmittag im Park die bessere Wahl sein als weitere Gebäude auf der Liste. Plane die Friedrichsau als bewussten Abstecher; sie ist kein kurzer Zwischenstopp zwischen Münster und Fischerviertel. Ein Besuch im dortigen Tiergarten ist ein separates Angebot mit eigenen Eintritts- und Öffnungsregeln.
Mehr Zeit? Wilhelmsburg oder ein Einkaufsbummel bei Regen
Die Wilhelmsburg auf dem Michelsberg spricht Dich an, wenn Du Dich für Festungsgeschichte interessierst. Sie liegt oberhalb der Stadt und braucht zusätzliche Zeit für den Weg. Innenräume, Führungen und Veranstaltungen haben eigene Zugangsbedingungen; aus einem offenen Außengelände lässt sich keine freie Besichtigung der gesamten Anlage ableiten.
Bei anhaltendem Regen kannst Du den Tag umstellen: Münsterbesuch und eine längere Einkehr passen eher als eine ausgedehnte Ufer- und Parkrunde. Wenn Du ohnehin einkaufen möchtest, bietet die Glacis-Galerie nahe dem Neu-Ulmer Bahnhof eine überdachte Ergänzung. Prüfe die Öffnungszeiten, insbesondere für Sonn- und Feiertage.
Praktische Tipps für Deinen Stadttag
- Anreise: Für die Altstadtrunde bietet sich Ulm Hauptbahnhof an. Endet Dein Tag auf der bayerischen Seite, prüfe auch Verbindungen ab Neu-Ulm.
- Kinderwagen und eingeschränkte Mobilität: Altstadtpflaster, Treppen an Mauer und Aussichtstürmen sowie der Münsteraufstieg erfordern eine angepasste Route. Bleibe bei Bedarf auf den Wegen am Ufer statt auf der Mauer.
- Budget: Plätze, Straßen und Außenansichten lassen sich ohne Besichtigungsticket entdecken. Turmaufstieg, einzelne Einrichtungen und Führungen separat kalkulieren.
- Tempo: Plane eine längere Pause im Fischerviertel oder am Donauufer ein. Für einen ersten Besuch reicht eine gut gewählte Runde.
Für weitere Informationen zur historischen Altstadt lohnt sich der offizielle Überblick zum Fischerviertel. Wenn Du Deinen Aufenthalt in Süddeutschland verlängern möchtest, findest Du im Bodensee-Guide eine weitere Region mit Stadt-, Natur- und Familienzielen.
















